Brustkrebs frühzeitig erkennen

Brustkrebs ist die am häufigsten vorkommende Krebsart bei Frauen. Wie das Früherkennungs-Programm in Ostbelgien aussieht und was Sie sonst noch unternehmen können, erfahren Sie hier.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Manche Aspekte liegen außerhalb Ihres Handlungsspielraums. Hingegen andere sind eng mit Ihrem persönlichen Lebensstil verbunden, diese Risikofaktoren lassen sich oft vermeiden oder zumindest reduzieren.

Nicht beeinflussbar

  • Ein Risikofaktor ist das Alter. Mit zunehmendem Alter steigt Ihr Erkrankungsrisiko. Vier von fünf Brustkrebspatientinnen sind bei der Diagnose über 50 Jahre alt.
  • Auch die Familiengeschichte spielt eine wichtige Rolle. Wenn Ihre Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt ist, haben Sie ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Beeinflussbar

  • Kombinations-Hormontherapien wie etwa bei Wechseljahrbeschwerden können das Brustkrebsrisiko erhöhen. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
  • Wenn Sie nach der Menopause übergewichtig sind oder werden, haben Sie erhöhtes Brustkrebsrisiko, begünstigt durch die Östrogenablagerungen im Fettgewebe.
  • Auch Alkohol erhöht das Brustkrebsrisiko.

Was kann ich tun?

Einen Schutz vor Brustkrebs gibt es leider nicht. Es gibt aber Möglichkeiten, dass Sie Ihr persönliches Krebsrisiko senken.

Brustkrebsfrüherkennung

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft erkrankt etwa jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Belgienweit ist Brustkrebs sogar mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nehmen Sie am Programm zur Brustkrebs-Früherkennung teil! Es ist freiwillig und kostenlos für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Experten empfehlen den sogenannten Mammotest als beste Methode, um Brustkrebs frühzeitig zu entdecken.

Selbstuntersuchung der Brust

Von Ihrem Arzt können Sie sich zeigen lassen, wie Sie Ihre Brust selbst abtasten. Dadurch können Sie ein besseres Gefühl für Ihre Brust entwickeln und bemerken Veränderungen möglicherweise früher.

Bei Beschwerden zum Arzt

Gehen Sie in folgenden Fällen zum Hausarzt oder Gynäkologen!

  • Hautrötungen, die nicht verschwinden
  • neu entstandene Dellen oder Formveränderungen
  • Flüssigkeitsabsonderung, Einziehungen oder andere Veränderungen der Brustwarze
  • Verhärtungen („Knoten“) in der Brust

Gesunder Lebensstil

Mit einem gesunden Lebensstil senken Sie das Krebsrisiko. Darauf sollten Sie achten:

  • Ihr Körpergewicht
  • genügend Bewegung
  • verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol
  • gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Rauchen vermeiden

Wie sieht die Früherkennung für Brustkrebs in Ostbelgien aus?

Die Deutschsprachige Gemeinschaft unterstützt das belgische Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Es richtet sich an alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die keine Symptome einer Brusterkrankung haben oder sich diesbezüglich bereits in ärztlicher Behandlung befinden.

Wie funktioniert’s?

Wenn Sie zwischen 50 und 69 Jahre alt sind, erhalten Sie alle zwei Jahre eine Einladung zum Mammotest. Damit können Sie in einer anerkannten Mammografie-Einheit eine Untersuchung machen lassen. Diese Untersuchung im Zweijahres-Rythmus ist kostenlos für alle Frauen, die bei einer belgischen Krankenkasse versichert und zwischen 50 und 69 Jahre alt sind.

Falls Sie eine Einladung wünschen, können Sie diese unter 087 596 341 beantragen. Das Ministerium wird prüfen, ob Sie den Kriterien für den Erhalt einer Einladung entsprechen, und Ihnen eine Einladung zusenden.

Die Liste der anerkannten Mammografie-Einheiten finden Sie auf der CCR-Homepage oder erhalten Sie im Ministerium unter 087 596 341.

Was passiert am Tag der Untersuchung?

Eine besondere Vorbereitung ist unnötig. Sie sollten lediglich darauf verzichten, Deo und Kosmetika im Bereich der Brust und Achselhöhlen zu verwenden. Bedenken Sie bei der Kleiderwahl, dass Sie für die Untersuchung den Oberkörper frei machen müssen.

Der Mammotest kann jederzeit durchgeführt werden. Die Erkennbarkeit ist während des gesamten Monatszyklus gleich. Allerdings ist die Schmerzempfindlichkeit vor der Regelblutung höher als danach. Vereinbaren Sie Ihren Termin, wenn möglich, in den ersten Tagen nach der Regelblutung.

Bitte bringen Sie mit:

  • Ihr Einladungsschreiben oder Ihre Verordnung für den Mammotest
  • Ihren Personalausweis
  • die Kontaktdaten Ihres Arztes, an den die Ergebnisse gesendet werden sollen
  • ältere Mammografien, falls vorhanden

Was bedeutet Früherkennung?

Brustkrebs kann zwar nicht verhindert, aber früh erkannt werden. Wird Brustkrebs früh entdeckt, ist die Behandlung oft weniger belastend. Die Lebensqualität und die Überlebenschancen der betroffenen Frauen sind im Allgemeinen höher.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die Mammografie als wichtigste Methode, um Brustkrebs bei Frauen ab 50 Jahren frühzeitig zu erkennen. Screening-Programme spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie im Gegensatz zur üblichen Vorsorgemammografie qualitätsgesichert und kontrolliert sind.

In Belgien heißt die Röntgenaufnahme der Brust „Mammotest“.

Mammotest? Mammografie? Was ist was?

Der Mammotest ist eine Mammografie mit zweifacher Auswertung der Röntgenaufnahmen. Er unterscheidet sich von der „einfachen“ Mammografie dadurch, dass zwei unabhängige Radiologen die Röntgenaufnahmen bewerten. Das verbessert die Qualität der Untersuchung und verringert das Risiko falscher Ergebnisse. Dieses Verfahren heißt Doppelbefundung. Bei Bedarf wird sogar eine Drittmeinung eingeholt.

Die Vorteile dieser Vorgehensweise sind:

  • Es können Hinweise auf Krebs entdeckt werden, die bei der ersten Begutachtung der Röntgenbilder nicht erkannt wurden (durchschnittlich 1 von 10 Fällen).
  • Unnötige Zusatzuntersuchungen werden vermieden.
  • Zusätzliche Untersuchungen werden nur gemacht, wenn beide Radiologen es empfehlen.

Wie funktioniert der Mammotest?

Die Röntgenaufnahme der Brust dauert maximal zehn Minuten. Eine weibliche Fachkraft führt sie durch. Dazu fertigt sie Aufnahmen jeder Brust mit niedrigdosierter Röntgenstrahlung aus zwei verschiedenen Richtungen an.

Dabei wird die Brust zwischen zwei Plexiglasplatten möglichst flach zusammengedrückt. Dies kann unangenehm sein, ist aber ausschlaggebend für die hochwertige Qualität der Aufnahme.

Der Radiologe wertet die Aufnahme aus und leitet sie zur zweiten Befundung an das Referenzzentrum für Krebsfrüherkennung (CCR) weiter. Das Untersuchungsergebnis wird Ihrem Hausarzt oder Gynäkologen innerhalb einer Woche zugestellt.

Bitte kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn diese Frist abgelaufen ist.

Wo liegen die Vor- und Nachteile beim Mammotest?

Der Mammotest sieht einen besonders hohen Qualitätsstandard vor. Die anerkannten Zentren müssen bestimmte Qualitätsnormen einhalten: bei den verwendeten Geräten, den Aufnahmen und der doppelten Begutachtung der Röntgenaufnahmen.

Bei der großen Mehrheit aller Frauen, die einen Mammotest zur Brustkrebs-Früherkennung durchführen lassen, zeigen sich keine verdächtigen Veränderungen. Die Brustkrebs-Früherkennung hat Vor- und Nachteile. Bisher gibt es aber neben der Mammografie keine Untersuchungsmethode, die sich als Routineuntersuchung für die Früherkennung eignet. Die Mehrheit der Experten ist der Meinung, dass die Vorteile der Mammografie als Früherkennungsmethode bei Frauen zwischen 50-69 Jahren überwiegen

Vorteile

Beim Mammotest können kleine Tumore, die noch nicht tastbar sind, in der Brust erkannt werden. In vielen Fällen sind die notwendigen Therapien dann weniger belastend und die Heilungschancen größer.

Nachteile

Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass bei einer Mammografie kein Krebs erkannt wird, obwohl sich bereits ein Tumor entwickelt hat. Hier spricht man von einem falsch-negativen Befund.

Bei einigen wenigen Frauen, die einen auffälligen Befund erhalten, stellt sich bei weiteren Untersuchungen heraus, dass es sich um eine gutartige Veränderung handelt. Dies nennt man falsch-positiver Befund. Die Untersuchungen und die Ungewissheit können für die betroffene Frau belastend sein.

Stichwort „Überdiagnose“

 

Beim Mammotest können auch Tumore entdeckt werden, die wenig aggressiv sind und vielleicht nie Beschwerden bereiten würden. Leider ist es heute nicht möglich vorauszusagen, wie sich Tumore ohne Behandlung weiterentwickeln. Deshalb wird empfohlen, alle Tumore zu behandeln. Das bedeutet, dass eine gesunde Frau eine belastende Behandlung durchläuft, die sich später als unnötig herausstellt.