Aktualisierung vom 3. April 2025

Aktuelle Energie- und Klimadaten für die Deutschsprachige Gemeinschaft

Die Wallonische Region veröffentlicht regelmäßig die wichtigsten Energie- und Klimadaten für die Deutschsprachige Gemeinschaft. Diese sind ein wesentliches Instrument, um beispielsweise die Umsetzung der Klimaziele zu überprüfen.

In diesem Artikel werden Daten zum Energieverbrauch und zu den CO2-Emissionen der wichtigsten Sektoren sowie zum Ausbau der erneuerbaren Energien in der Deutschsprachigen Gemeinschaft dargestellt. Diese Daten werden jährlich von der Wallonischen Region erhoben und mit einem Zeitversatz von etwa drei Jahren veröffentlicht.

Um zu überprüfen, wo die Deutschsprachige Gemeinschaft bei der Umsetzung ihrer Klimaziele stand, wurden die Daten aus den Jahren 2019, in dem der Energie- und Klimaplan veröffentlicht wurde, 2020 und 2021 mit denen aus dem Jahr 2006 verglichen. Dies ist das Referenzjahr des Energie- und Klimaplans. Außerdem wurden die Daten in Bezug zu den von der Europäischen Union (EU) vorgegeben Reduktionszielwerten für das Jahr 2030 gesetzt.

Ehrgeizigere CO2-Reduktionsziele

Die im Energie- und Klimaplan der Deutschsprachigen Gemeinschaft definierten Zielwerte für das Jahr 2030 entsprachen den Zielvorgaben der EU zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung im Jahr 2019. So sollten beispielsweise die CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent reduziert werden.

Nach der Verabschiedung des Energie- und Klimaplans der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat die EU verschiedene Zielwerte für das Jahr 2030 angehoben, zum Beispiel 2023 in ihrem Plan „Fit for 55“ (Ziel: Verringerung der CO2-Emissionen um 55 % bis 2030).

Weitere Informationen zum Energie- und Klimaplan finden Sie im weiterführenden Link unter „Mehr zum Thema“.

Energieverbrauch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Folgende Grafik zeigt den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen in den Jahren 2006, 2019, 2020 und 2021 für die Sektoren

  • Gewerbe, Handel, Dienstleistungen
  • Industrie
  • Kommunale Einrichtungen
  • Landwirtschaft
  • Private Haushalte
  • Verkehr
Ein Säulendiagramm zeigt den Energieverbrauch der verschiedenen Sektoren im Vergleich 2006, 2019, 2020 und 2021.
Energieverbrauch verschiedener Sektoren 2006, 2019, 2020, 2021 (in MWh)
Quelle: SPW

Der Gesamtenergieverbrauch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft stieg von 2006 bis 2021 um 14,8 Prozent an. Im Vergleich zu 2019 stieg der Gesamtenergieverbrauch 2021 um 4,0 Prozent an.

CO2-Emissionen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Die CO2-Emissionen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gingen von 2006 bis 2021 um 17,2 Prozent zurück, insbesondere in den Sektoren

  • Private Haushalte (-28,6 %)
  • Verkehr (-23,3 %)
  • Kommunale Einrichtungen (-46,7%)

Im Vergleich zu 2019 gingen die CO2-Emissionen im Jahr 2021 um 1,4 Prozent zurück.

Ein Säulendiagramm zeigt die CO2-Emissionen der verschiedenen Sektoren in der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Vergleich 2006, 2019, 2020 und 2021.
CO2-Emissionen verschiedener Sektoren 2006, 2019, 2020, 2021 (in Tonnen)
Quelle: SPW

Energieverbrauch in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr

Der Energieverbrauch in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr machte 2021 98 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs der Deutschsprachigen Gemeinschaft aus. Der Bereich Wärme ist mit 56 Prozent der energieintensivste.

Ein Tortendiagramm zeigt den Energieverbrauch in den drei Bereichen Strom, Wärme und Verkehr im Jahre 2021.
Energieverbauch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft 2021 (in MWh und %)
Quelle: SPW

Ausbau erneuerbarer Energien in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

In Bezug auf den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird ebenfalls die Unterteilung in die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr herangezogen.

Der EU-Zielwert für den aus erneuerbaren Energien erzeugten Anteil am Gesamtenergieverbrauch im Jahr 2030 wurde im Rahmen von „Fit for 55“ auf 42,5 Prozent festgelegt.

Die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen entsprach im Jahr 2021 25,2 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Im Vergleich zu 2019 stieg der Anteil um 0,4 Prozentpunkte an.

  • Im Strombereich entsprach die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen (insbesondere durch Windkraft, Biomasse und Photovoltaik) im Jahr 2021 54,5 Prozent des Energieverbrauchs. Im Vergleich zu 2019 ging der Anteil 2021 um 8,2 Prozentpunkte zurück.
  • Im Wärmebereich entsprach die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen (insbesondere durch Biomasse) im Jahr 2021 26,2 Prozent des Energieverbrauchs. Im Vergleich zu 2019 stieg der Anteil 2021 um 2,3 Prozentpunkte an.
  • Im Verkehrsbereich entsprach die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen im Jahr 2021 0,6 Prozent. Im Vergleich zu 2019 stieg der Anteil 2021 um 0,2 Prozentpunkte an.
Ein Säulendiagramm zeigt den Anteil der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen am Gesamtenergieverbrauch und in den Bereichen Strom, Wärme, Verkehr 2006, 2019, 2020 und 2021
Anteil erzeugter Energie aus erneuerbaren Quellen am jeweiligen Verbrauch in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr sowie am Gesamtenergieverbrauch 2006, 2019, 2020, 2021 (in %)
Quelle: SPW