Ozon- und Hitzewelle

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Wenn die Temperatur steigt und die Hitze die Gesundheit belasten kann, rufen die Gesundheitsministerien eine Warnphase aus. Dann gilt es, Risikogruppen im Auge zu behalten und gewisse Verhaltenstipps zu beachten, um sich zu schützen.

 

Ab wann wird es zu heiß bzw. gilt offiziell eine Warnphase?

Sobald am Referenzmesspunkt in Uccle der Grenzwert für eine Hitzewarnung überschritten wird, informieren die Behörden die Bevölkerung. Hält die Hitze an und es kommen hohe Ozonwerte dazu, kann sogar eine Alarmphase ausgerufen werden.

Wissenschaftliche Experten und politische Verantwortungsträger schätzen dann das Gesundheitsrisiko ein und entscheiden, ob weitere Maßnahmen zu ergreifen sind. Dann können beispielsweise Sportveranstaltungen abgesagt werden.

Warnphase in Zahlen

 

Die Gesundheitsministerien stehen in Kontakt mit Irceline (belgische interregionale Umweltagentur). Diese prüft die Temperaturvorhersagen für die nächsten Tage in Uccle. Die Anzahl der vorhergesagten Grad über 25 wird kumuliert: Wenn 26 Grad vorhergesagt werden, nimmt man 1, wenn 27, dann 2, wenn 28, dann 3, usw. Wenn diese Zahlen auf 5 Tage zusammengerechnet 17 oder mehr ergeben, wird die Warnphase eingeleitet.

Hinweis: Das KMI (Königliche Meteorologische Institut) wendet eine andere Methode mit Farbcodes an, um die Bevölkerung zu warnen. Daher ist es möglich, dass das KMI den Code Rot meldet und Irceline noch keine Warnphase ausgerufen hat.

Wenn Sie über alle Warnphasen von Irceline informiert werden möchten, können Sie sich über den untenstehenden Link anmelden. Sie erhalten dann auch Informationen über Feinstaubwarnungen.

Stündlich aktualisierte Ozonwerte und die aktuelle Wetterlage finden Sie auf der IRCEL- und KMI-Homepage.

Wer gehört zu den Risikogruppen bzw. auf wen muss man besonders achtgeben?

Folgende Personengruppen reagieren besonders empfindlich auf Ozon und Hitze:

  • Babys und Kleinkinder
  • ältere Personen
  • Raucher
  • Personen, die älter oder isoliert sind und an Durchfall, Nierenfunktionsstörungen, Lungen- oder Herzerkrankungen leiden: Deren Wasserhaushalt ist oft beeinträchtigt. Personen, die an Krankheiten des zentralen Nervensystems leiden, nehmen die Hitze eventuell nicht als Risiko wahr.
  • Personen, die Medikamente einnehmen
    • Entwässerungsmittel
    • Medikamente gegen Entzündungen
    • Medikamente gegen niedrigen Blutdruck
    • Mittel, die die Körpertemperatur erhöhen

Wer solche Medikamente einnimmt, sollte seinen Arzt fragen, ob die Dosis eventuell angepasst werden muss.

Wie genau zeigt sich, dass die Ozon- und Hitzewerte die Gesundheit belasten?

Bei Hitze

  • krampfartige oder spastische Muskelschmerzen
  • Erschöpfung und Müdigkeit, erhöhte Körpertemperatur, Schweißausbrüche, Gesichtsblässe, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
  • Im schlimmsten Fall kommt es zum Hitzeschlag: Dieser entsteht, wenn der Körper die Wärme nicht mehr regulieren kann und die Körpertemperatur auf mehr als 40°C ansteigt. Die Anzeichen sind ein hochroter Kopf, eine heiße trockene Haut und Verwirrung. Ohne sofortige ärztliche Hilfe kann ein Hitzschlag zum Tode führen.

Bei erhöhten Ozonwerten

  • Atemnot (insbesondere bei Herz- und Atemwegserkrankungen)
  • Augenreizungen
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen

Wie kann ich mich und andere schützen?

Worauf alle achten können, unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichem Zustand

  • eine Kopfbedeckung tragen
  • leichte, lockere und hell gefärbte Kleidung und eine Sonnenbrille tragen
  • kühle Orte aufsuchen
  • Anstrengungen am besten morgens oder abends vornehmen
  • so viel wie möglich im Schatten aufhalten
  • im Wald oder Park spazieren gehen
  • sich an kühlen Orten wie einer Bibliothek, einem Gemeindezentrum, einem überdachten Einkaufszentrum, einer Kirche, Moschee oder Synagoge aufhalten
  • eine lauwarme Dusche oder ein Fußbad nehmen oder sich im Pool erfrischen

Behalten Sie die Kleinen, die älteren und chronisch kranken Menschen im Auge! Diese sind auf Unterstützung und Hilfe angewiesen.

Über den weiterführenden Link finden Sie:

  • weitere allgemeine Tipps für alle
  • Hinweise für ältere Menschen und Wohn- und Pflegezentren
  • Ratschläge für Eltern mit Babys und Kleinkindern
  • Anregungen für Gemeinden und Veranstalter

Ab wann muss man zum Arzt oder den Notruf kontaktieren?

Wenn einer Person akut unwohl ist, sollten Sie den Hausarzt oder den Notarzt rufen. Bei Bewusstseinsstörungen und abnormal hoher Körpertemperatur sofort die Notdienste 100 oder 112 anrufen.

Während Sie auf den Arzt warten…

  • Bringen Sie die betroffene Person in eine stabile Ruhelage in einem kühlen Raum.
  • Geben Sie ihr zu trinken und befeuchten Sie ihre Kleidung.
  • Sorgen Sie für frische Luft.

Wie entsteht Ozon?

Über das ganze Jahr häufen sich in der Luft Schadstoffe an. Sie stammen hauptsächlich aus:

  • PKW- und LKW-Abgasen
  • flüchtigen organischen Verbindungen in Farben und Lacken und Putzmitteln mit Lösungsmitteln
  • Emissionen der Heizungsanlagen, vor allem wenn sie schlecht eingestellt sind
  • Emissionen aus Industrieanlagen (Verbrennung)

Wenn die Sonne an warmen Tagen auf diese Schadstoffe scheint, entsteht Ozon. Dieses schützt sehr hoch über der Erdoberfläche vor der schädlichen Sonnenstrahlung. In Bodennähe jedoch ist Ozon äußerst schädlich.

Was kann ich gegen eine zu hohe Ozon- und Hitzebelastung tun?

Obwohl erhöhte Ozonwerte durchaus typisch für den Sommer sind, können Sie durch kleine Maßnahmen beitragen, die Konzentration zu verringern:

  • das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder auf das Rad oder den Zug umsteigen
  • das Auto regelmäßig warten lassen
  • eine sportliche Fahrweise mit heftigen Brems- und Beschleunigungsvorgängen vermeiden
  • Lacke auf Wasserbasis und Putzmittel ohne Lösungsmittel bevorzugen
  • auf eine wirtschaftliche und leistungsstarke Heizungsanlage setzen
  • jährlich die Heizungsanlage fachmännisch überprüfen und einstellen lassen

So behalten Sie einen kühlen Kopf

Wenn die Temperaturen steigen, müssen Sie sich und andere schützen. Insbesondere Risikogruppen wie Säuglinge und (Klein)Kinder, ältere und kranke Menschen brauchen Ihre Hilfe und müssen im Auge behalten werden.