Wenn der Herbst kommt
In den kalten Monaten verbreiten sich wieder vermehrt Atemwegsinfektionen wie Erkältungen oder Grippe. Wenn Sie sich selbst vor einer Ansteckung schützen, beugen Sie nicht nur im eigenen Interesse vor, sondern schützen auch andere.
Was ist eine Atemwegsinfektion?
Wenn sich der Atmungsapparat durch einen Krankheitserreger entzündet, spricht man von einer Atemwegsinfektion. Diese kommen häufig vor, denn die Atemwege kommen ständig mit Krankheitserregern in Berührung. Ausgelöst werden sie größtenteils durch Viren, seltener durch Bakterien oder Pilze. Meist sind akute Infekte der Atemwege schnell vorbei - im Gegensatz zu chronischen Atemwegserkrankungen.
Je nachdem, welcher Bereich der Atemwege betroffen ist, unterteilt man infektiöse Atemwegserkrankungen in:
- Infektion der oberen Atemwege: Hierbei sind vor allem die Nasenschleimhaut, Nasennebenhöhlen und der Rachen betroffen.
- Infektion der unteren Atemwege: Hier liegt der Krankheitsherd in der Luftröhre und den Bronchien. Ist das Lungengewebe betroffen, spricht man von einer Lungenentzündung.
Oft treten Atemwegsentzündungen in Kombination mit weiteren Infekten auf beispielsweise mit einer Mandel- oder Mittelohrentzündung.
Was sind die Risikofaktoren?
Je besser Ihr Immunsystem funktioniert, umso besser sind Sie gegen Atemwegserkrankungen gewappnet. Gesunde Lebensgewohnheiten wie eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft helfen dabei.
Dies gilt allerdings nicht für jeden Menschen. Zahlreiche Faktoren können das Immunsystem schwächen und das Infektionsrisiko verstärken:
- Personen mit einer Immunschwäche oder chronischen Krankheit haben generell ein höheres Risiko, sich eine Infektion zuzuziehen und/oder einen schweren Verlauf bei einer Infektion zu haben. Besonders die Bevölkerung über 65 Jahre leidet häufig an Atemwegsinfektionen.
- Bei Kälte oder nasskaltem Wetter muss das Immunsystem schwerer arbeiten, um den Körper gesund zu halten.
- Rauchen, Alkoholkonsum und unausgewogene Ernährung können das Immunsystem schwächen. Genauso macht Erschöpfung durch körperliche Anstrengung, Schlafmangel oder Stress anfällig für eine Ansteckung.
- Trockene Luft etwa durch geringe Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen oder Klimaanlagen reizt die Schleimhäute der Atemwege. Dies kann auch durch Schadstoffe in der Luft geschehen. Sind die Schleimhäute bereits angegriffen, dann haben Krankheitserreger leichtes Spiel.
- Wer mit vielen verschiedenen Menschen interagiert, hat ebenfalls ein höheres Infektionsrisiko. Umgebungen wie öffentliche Verkehrsmittel oder Wartezimmer sind häufige Ansteckungsorte.
Müssen Atemwegsinfektionen behandelt werden?
Wenn Sie sich krank fühlen, entscheidet Ihr Hausarzt, ob Sie Medikamente einnehmen müssen.
Im Vorfeld ist es möglich, dass Sie sich gegen bestimmte Erreger impfen lassen. So beugen Sie der Infektion mit diesen Erregern vor und schützen nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen.
Eine Impfung sollte idealerweise noch am Anfang des Herbstes erfolgen, da zwischen Herbst und Frühling die meisten Atemwegsinfektionen stattfinden. Derzeit wird für Risikogruppen die Impfung gegen Grippe, Covid-19 und Pneumokokken empfohlen.