Affenpocken: Fragen und Antworten

Aktuell befindet sich das Virus in Europa auf dem Vormarsch. Daher befassen sich zunehmen auch Ostbelgier mit dieser Krankheit und stellen sich Fragen. Das Ministerium sammelt hier die wichtigsten Fakten für Sie. Falls Sie detailliertere Auskunft wünschen, können Sie uns gerne direkt kontaktieren.

Wie kann ich mich anstecken?

Eine Übertragung kann schon etwa zwei Tage, bevor erste Symptome auftreten, erfolgen. Die Inkubationszeit variiert und beträgt 5-21 Tage.

Das Virus wird durch engen Kontakt mit einer infizierten Person übertragen, zum Beispiel durch Haut-zu-Haut-, Mund-zu-Mund-, und Mund-zu-Haut-Kontakt und durch sexuelle Aktivitäten (Penetration, Fellatio). Die Übertragung erfolgt durch

  • direkten körperlichen Kontakt mit Hautläsionen oder Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder
  • den Kontakt mit Kleidung, Wäsche oder Gegenständen, die von einer infizierten Person benutzt werden
  • Aerosole

Eine Infektion kann auch ohne Krankheitsanzeichen verlaufen. In diesem Fall kann das Virus trotzdem nachgewiesen und übertragen werden. Ergreifen Sie deshalb entsprechende Maßnahmen zur Abklärung und zum Schutz, falls Sie vermuten, Kontakt zu einem Erkrankten gehabt zu haben.

Woran erkenne ich eine Infektion?

Vorherrschende Symptome, die aber nicht immer auftreten, sind Hautausschlag mit körperlichen Beschwerden wie:

  • Fieber
  • Kopf-, Glieder- oder Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • geschwollene Lymphknoten

Der Hautausschlag entwickelt sich üblicherweise ein bis drei Tage, nachdem das Fieber beginnt. Los geht es im Gesicht, dann breitet er sich auf andere Körperteile aus, einschließlich Hände und Füße und oft im Genitalbereich und um den Anus. Dieser Ausschlag kann sich von Flecken hin zu Erhebungen, Bläschen, Krusten, Pusteln und Schorf entwickeln. Er kann von Entzündungszeichen begleitet und sehr schmerzhaft sein.

Bei der aktuellen Epidemie scheint sich die klinische Präsentation von früheren Fällen zu unterscheiden. Der Ausschlag tritt momentan besonders im Genitalbereich (Penis oder Anus) auf, wo sich eine oder mehrere Läsionen zeigen, die nicht unbedingt im selben Stadium sind.

Atypische Erscheinungsformen sind ebenfalls möglich, mit nur einer Hautläsion oder keiner Läsion und z. B. nur Schmerzen und Blutungen aus dem After. Außerdem sind asymptomatische Infektionen beobachtet worden.

Wie kann ich mich schützen?

  • Informieren Sie sich über die Symptome und die Übertragungswege.
  • Reduzieren Sie sexuelle Risikokontakte und die Anzahl Ihrer Sexualpartner.
  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife und/oder desinfizieren Sie Ihre Hände mit alkoholischer Desinfektionslösung.

Wie kann ich andere schützen?

Sie hatten oder haben Kontakt mit einem nachweislich Erkrankten? Dann gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen, um Ihr Umfeld zu schützen, bis die Infektion ausgeschlossen oder nachgewiesen ist.

Suchen Sie Ihren behandelnden Arzt/ Hausarzt auf, damit diagnostische Schritte eingeleitet werden können. Und informieren Sie sich über die Möglichkeit einer Impfung.

Ich habe Affenpocken. Welche Vorsichtsmaßnahmen werden empfohlen?

  • Bleiben Sie zu Hause!

    • Bis die Hautverletzungen vollständig verheilt sind, müssen Sie zu Hause in Isolation in einem separaten Zimmer bleiben. Konkret heißt das, dass alle Hautverletzungen getrocknet und abgeheilt sind, die Krusten abgefallen sind und sich darunter eine neue Hautschicht gebildet hat. Es ist empfohlen, bis zu 12 Wochen, nachdem die Hautläsionen verschwunden sind, bei allen sexuellen Aktivitäten ein Kondom zu verwenden.

    • Ausgänge sind nur aus wesentlichen Gründen erlaubt: Arzttermine und Besorgungen dringende Termine, wenn sie niemand anderes erledigen kann. Wenn Sie das Haus verlassen, müssen Sie einen chirurgischen Mund-Nasenschutz tragen und Ihre Hautläsionen abdecken (zum Beispiel durch lange Ärmel oder eine lange Hose)

    • Wenn sich Ihre Symptome verschlimmern, rufen Sie Ihren Arzt an, um einen Termin zu vereinbaren. Wenn Sie sich aufgrund schwerer Symptome (direkt) in die Notaufnahme begeben, informieren Sie diese bitte telefonisch vor Ihrer Ankunft.

  • Schränken Sie die Übertragung des Virus ein!

    • Das Virus wird durch engen Kontakt mit einer infizierten Person übertragen, sprich durch direkten körperlichen Kontakt mit Hautläsionen oder Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder mit Kleidung, Wäsche oder Gegenständen, die von einer infizierten Person benutzt werden. Das Virus kann auch durch Tröpfcheninfektion der Atemwege bei längerem Kontakt zwischen Personen übertragen werden.

    • Vermeiden Sie während der Isolationszeit den direkten Hautkontakt mit anderen Personen.

    • Vermeiden Sie während der Isolationszeit den Kontakt mit Familienmitgliedern in einem Abstand von weniger als 1,5 Metern. Sollte es dennoch zu einem Kontakt in weniger als 1,5 Metern Entfernung kommen, so tragen Sie eine chirurgische Maske.

    • Sie sollten sich häufig die Hände waschen (mit Wasser und Seife oder einem Alkoholtuch), insbesondere nach dem Berühren von Hautläsionen oder Materialien, Kleidung, Bettwäsche oder Umweltoberflächen, die mit den Läsionen in Berührung gekommen sein könnten. Trocknen Sie Ihre Hände mit Einwegtüchern oder einem sauberen Handtuch.

    • Abfälle aus der Versorgung von Hautverletzungen, wie z. B. Kompressen, sollten in in einem separaten, wasserdichten Müllbeutel gesammelt werden, der dann (fest verschlossen) in einem zweiten Müllbeutel verpackt wird.

  • Sorgen Sie für eine gründliche Reinigung von Gebrauchsgegenständen!

    • Kontaminiertes Geschirr und andere Utensilien sollten in der Spülmaschine oder von Hand mit warmem Wasser und Seife gewaschen werden.

    • Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sollten in einer normalen Waschmaschine bei 60° mit handelsüblichem Waschmittel gewaschen werden. Gehen Sie mit verschmutzter Wäsche vorsichtig um, um einen direkten Kontakt mit Oberflächen zu vermeiden. Verschmutzte Wäsche sollte nicht geschüttelt oder in einer Weise gehandhabt werden, die zur Verbreitung von infektiösen Partikeln führen kann.

    • Kontaminierte Oberflächen sollten gereinigt und desinfiziert werden. Hierzu können übliche Produkte zur Haushaltsreinigung und Desinfektion verwendet werden.

Falls dies nicht möglich sein sollte, benutzen Sie separate Gebrauchsgegenstände.

Kann ich mich gegen Affenpocken impfen lassen?

Ein eigener Impfstoff gegen Affenpocken existiert nicht. Man erreicht aber einen Impfschutz, indem man eine Impfung verabreicht, die ursprünglich gegen das Pockenvirus eingesetzt wurde. Dieser Impfstoff steht in Belgien momentan nur sehr begrenzt zur Verfügung.

Deshalb erfolgt eine Impfung nur in bestimmten Fällen. Die Entscheidung, ob eine Impfung vorgeschlagen wird, basiert auf einer individuellen Bewertung durch den behandelnden Arzt und der regionalen Gesundheitsbehörden. Wer in der Vergangenheit eine Impfung gegen Pocken erhalten hat oder schon an Affenpocken erkrankt war, erhält keine Impfung mehr, es sei denn es besteht eine Immunschwäche.

Wenn Sie Kontakt mit einem nachweislich Erkrankten haben oder hatten, so kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Hausarzt, damit eine Einschätzung Ihres Risikos und gegebenenfalls eine erste Impfung im erforderlichen Zeitraum stattfinden kann. So kann eine Infektion vermieden oder der Verlauf abgeschwächt werden. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie unter einer Immunschwäche leiden oder schwanger sind.

Wenn Ihr Immunsystem generell durch eine Krankheit und die Einnahme von Medikamenten geschwächt ist und Sie ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung mit Affenpocken haben, oder unter bestimmten anderen Umständen kann eine Impfung auch prophylaktisch erfolgen. Bitte kontaktieren Sie hierzu Ihren behandelnden Arzt.

Die Impfung wird belgienweit nur in 9 Referenzzentren verabreicht. Das zuständige Referenzzentrum für unsere Umgebung ist das CHU in Lüttich. Der Impfstoff ist weder in der Apotheke erhältlich, noch kann er vom Hausarzt oder behandelnden Arzt verabreicht werden.

Ich vermute, erkrankt zu sein. Was soll ich jetzt tun?

  • Kontaktieren Sie Ihren Hausarzt/behandelnden Arzt oder ein spezialisiertes Krankenhaus (siehe Links) und besprechen Sie die weiteren Schritte.
  • Isolieren Sie sich so gut, wie es geht, um engen Kontakt mit anderen Menschen weitmöglichst einzuschränken.
  • Vermeiden Sie Sexualkontakte, bis das Ergebnis feststeht.
  • Informieren Sie Ihre nahen Kontakte und Sexualpartner, damit sie bei sich auf Symptome achten können.

Wie schwerwiegend ist der Krankheitsverlauf?

Bei den in Europa bisher verzeichneten Fällen verlief die Krankheit bisher milde, die meisten Menschen erholen sich innerhalb von einigen Wochen. In Ausnahmefällen können die Symptome schwerwiegender sein und zu einem Krankenhausaufenthalt führen, insbesondere bei Kleinkindern, schwangeren Frauen und immungeschwächten Personen.