Wie funktioniert punktuelles Ehrenamt bei Veranstaltungen?

Viele Vereine berichten, dass es schwierig ist, Menschen für langfristige Aufgaben wie etwa den Verwaltungsrat zu finden. Einfacher kann es sein, sie für ein punktuelles Engagement zu gewinnen beispielsweise für ein Vereinsfest oder einen Wettkampf. Studien bestätigen diese Tendenz.

Eine Person hält ein Referat vor einem Publikum.

Gleichzeitig zeigt die Realität, dass auch punktuelles Engagement für Vereine herausfordernd ist. Denn Studien zeigen weiter, dass die neuen Freiwilligen mitgestalten möchten. Das ist natürlich nur bedingt der Fall, wenn der Mitgestaltungspart darin besteht zu entscheiden, ob man um 15 Uhr Kinder schminkt oder um 19 Uhr beim Abbau der Hüpfburg hilft.

Mitgestalten bedeutet viel mehr, dass die Menschen

  • selbst entscheiden, wann, wie und wo sie sich engagieren - heute in der Nachbarschaftshilfe und nächste Woche bei den Fridays for Future.
  • überlegen, was gemacht wird und wie es umgesetzt werden könnte.

Punktuell engagieren und mitgestalten versus Vereinsangebot auf die Beine stellen

Die Realität vieler Vereine sieht anders aus: Sie verfolgen ein Ziel, das Verpflichtungen mit sich bringt. Ein Kinder-Turnverein etwa benötigt neben dem Verwaltungsrat

  • Trainer
  • Organisatoren von Wettkämpfen und Festen
  • Menschen, die sich um die Halle und das Material kümmern
  • vieles mehr

Dafür brauchen Sie verlässliche Mitstreiter. Es gibt also zwei Arten von punktuellem Engagement:

  • Aufgaben, die frei gestaltet werden
  • die Vereinsmitgliedschaft einhergehende Verpflichtung, „damit der Laden läuft“

Vereine stehen häufig vor der Herausforderung, zwar den punktuellen, aber nicht den mitgestalterischen Aspekt zu bedienen, wie das Beispiel mit Kinderschminken und Abbau veranschaulicht.

Wo als Verein ansetzen

Zwei Dinge können Ihren Verein voranbringen:

  1. Sie sollten sich als Verein bzw. Verwaltungsrat darüber im Klaren sein, welche Unterstützung Sie von Ihren Mitgliedern bzw. deren Eltern erwarten und dies klar kommunizieren. Denn wenn Sie stillschweigend darauf bauen, dass sich schon genügend Menschen engagieren werden, werden Sie enttäuscht werden.
     
  2. Sie sollten Mitgestaltung zulassen und konkret einplanen. Wenn Ihr Verein durch Schritt 1 verdeutlicht hat, dass die Unterstützung der Mitglieder unverhandelbar ist, können Sie für Motivation sorgen. Wie? Indem Sie die Mitglieder mitbestimmen lassen. Dies ist erstmal aufwändiger – aber wenn mehr Menschen mithelfen, lohnt es sich.

Ein Beispiel: Musikmarathon Eupen

Die Organisatoren bemerken ebenfalls, dass die Ehrenamtlichen weniger werden. Sie versuchen diese zu finden und zu animieren, und zwar über zwei Wege:

  • Durch Teilhabe an der Organisation. Es gibt eine „Projektgruppe Musikmarathon“, wo viele Ehrenamtliche vertreten sind und an der Auswahl der Bands und am Ablauf der Veranstaltung konkret mitentscheiden. Das führt dazu, dass sie sich mit der Veranstaltung viel verbundener fühlen.
  • Durch Gemeinschaftsgefühl: Es wird dafür gesorgt, dass alle Ehrenamtlichen sich als Team und Gemeinschaft fühlen, miteinander Spaß haben und sich wertgeschätzt fühlen. Ehrenamtliche melden zurück, dass sie auch beim nächsten Musikmarathon mitmachen möchten, weil es so viel Spaß gemacht hat.

Die ostbelgische Plattform für Ehrenamt: EMJA

 

Die Internetseite bietet regelmäßig die Aktion „Schenke zwei Stunden“ an. Während einer Woche haben Vereine und Ehrenamtsorganisationen zweistündige Angebote für Ehrenamtliche, die diese mit wenig Zeitaufwand und völlig unverbindlich durchführen können – im Verwaltungsrat und in allen anderen Bereichen der Vereine. In den Downloads finden Sie eine Toolbox mit Beispielen für punktuelle Angebote, einer Checkliste und Formulierungshinweisen.