Amel
Laufende Projekte
Machbarkeitsstudien
Erneuerbare Energie statt alter Ölheizkessel?
Die Gemeinde führt eine Studie zur Erneuerung des Heizsystems im Gemeindehaus durch. Indem der genaue Energiebedarf des Gebäudes und der einzelnen Büros ermittelt wird, werden Einsparpotenziale festgestellt. Darüber hinaus soll geprüft werden, welche erneuerbare Energiequelle den alten Ölheizkessel ersetzen kann.
Ist ein Geothermie-Nahwärmenetz für eine neue Parzellierung in Born sinnvoll?
Die Gemeinde Amel hat kürzlich eine Erschließung im Zentrum von Born übernommen, die rund 19 Grundstücke für Niedrigenergiehäuser umfasst. Da der Infrastrukturbau für das Wegenetz und die Strom- und Wasserleitungen bereits im kommenden Jahr beginnt, soll eine im Rahmen des Projekts durchgeführte Studie zeitnah prüfen, ob die Beheizung der geplanten Wohngebäude über ein mit Erdwärme gespeistes Nahwärmenetz realisiert werden kann. Im Idealfall könnte das Nahwärmenetz im Zuge der anstehenden Infrastrukturarbeiten kostengünstig mitverlegt werden.
Neuer Stromvertrag für öffentliche Infrastrukturen
Die Gemeinde Amel wird im Rahmen dieses Projektes eine Ausschreibung für ihren Stromeinkauf ab 2028 vorbereiten. Bisher hat die Gemeinde den Strom für ihre öffentliche Infrastruktur, wie beispielsweise Liegenschaften, Straßenbeleuchtung oder Pumpwerke, über die Provinz Lüttich bezogen. Ende 2027 läuft diese Zusammenarbeit aus.
Der künftige Stromvertrag soll gezielt den regionalen Ausbau erneuerbarer Energien und die lokale Wertschöpfung stärken. Daher muss der bezogene Strom zu 100 Prozent grün und vollständig durch wallonische Herkunftsgarantien aus regionalen Erzeugungsanlagen gedeckt sein. Zudem sollen die Gewinne des zukünftigen Stromlieferanten in die nachhaltige Energieerzeugung vor Ort reinvestiert werden und idealerweise den Bürgern zugutekommen. Daher wird angestrebt, den Erwerb von nachhaltigem Strom, wenn möglich, in Zusammenarbeit mit Bürgergenossenschaften zu beziehen.
Investitionsprojekte
Batteriespeicher
Die Gemeinde Amel wird einen Batteriespeicher zur Stromspeicherung an ihrer Trinkwasseraufbereitungsanlage in Hepscheid installieren. Die Anlage verfügt zwar über eine Photovoltaikanlage, die Strom für den Dauerbetrieb der Pumpen und anderer Verbraucher der Anlage zur Verfügung stellt. Da die Anlage im Sommer zeitweise mehr Strom produziert als benötigt wird, wird der überschüssige Strom bislang ins öffentliche Netz eingespeist. Mit dem Batteriespeicher soll der überschüssige Solarstrom zwischengespeichert und bei geringer PV-Produktion für den Betrieb der Pumpen genutzt werden. Dies erhöht den Eigenverbrauch, senkt Stromkosten und entlastet das Stromnetz.
Ausbau des Energiemanagementsystems
Die Gemeinde Amel hat im Rahmen eines kürzlich abgeschlossenen Pilotprojekts ein Energiemanagementsystem für 17 Liegenschaften eingeführt, das Daten zu Stromverbrauch, PV-Stromerzeugung und Netzeinspeisung digital erfasst. Im Rahmen des Pilotprojekts soll nun das bestehende Energiemanagementsystem auf eine kürzlich installierte PV-Anlage am Gemeindehaus, den geplanten Batteriespeicher an der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Hepscheid und das im Rahmen eines weiteren Pilotprojekts optimierte Nahwärmenetz „Bauhof“ ausgeweitet werden.
Nachhaltige Mobilität
Am Gemeindehaus sollen ein überdachter und sicherer Fahrradunterstand für bis zu vier Fahrräder sowie eine Ladestation mit mehreren Steckdosen für E-Bikes errichtet werden. Der dafür benötigte Strom wird über die eigene PV-Stromproduktion zur Verfügung gestellt.
Auf dem Gelände eines geplanten Spielplatzes im Zentrum von Born soll eine Solarsitzbank errichtet werden, um den Besuchern eine überdachte Sitzgelegenheit zu bieten und ihnen das Laden von Elektrofahrrädern oder Mobiltelefonen zu ermöglichen. Solarsitzbänke verfügen über PV-Module, die Sonneneinstrahlung in Strom umwandeln, und sind daher autark und netzunabhängig und verfügen über einen integrierten Speicher für dunkle Tage.
Maßnahmen zur Energieeinsparung
Satellitengestützte Lecksuche
Lecks in Trinkwasserverteilungsnetzen führen regelmäßig zu Wasserverlusten. Sie aufzuspüren, ist schwierig und ineffizient. Daher führen die sechs Gemeinden Amel, Büllingen, Burg-Reuland, Bütgenbach, Kelmis und St. Vith ein gemeinsames Pilotprojekt zum satellitengestützten Auffinden von Leitungslecks durch. Dabei werden Aufnahmen von Satellitenmessdaten in Kombination mit der geografischen Lage der Wasserleitungen genutzt, um in ihrer Nähe den Grad der Bodenfeuchtigkeit zu ermitteln.
Die satellitengestützte Lecksuche schafft Einsparungen auf zwei Ebenen:
- Der kommunale Wasserdienst kann die Daten nutzen, um die zeitintensive Suche nach Wasserlecks effizienter zu organisieren.
- Der Wasserverlust wird reduziert.
Abgeschlossene Projekte
Sensibilisierungsprojekte
Energie-ID in Schulen
Schulkinder wurden für energiesparendes Verhalten sensibilisiert. Dafür wurden die Energie- und Wasserverbräuche in neunzehn teilnehmenden Schulen gemessen und überwacht. So konnten die Schüler unnötige Energieverbräuche identifizieren.
Energieeinsparung in der Schule Meyerode
Oberstufenschüler (5. und 6. Schuljahr) wurden für energiesparendes Verhalten sensibilisiert: Dazu fanden verschiedene Animationen statt, wie zum Beispiel eine Besichtigung des Windparks in Weismes oder einer begleiteten Bestandsaufnahme der Enegienutzung in der Schule.
Machbarkeitsstudien
Energieeinsparung im Nahwärmenetz möglich?
Die Gemeinde führte eine Folgestudie zur weiteren Energieeinsparung des Nahwärmenetzes Bauhof durch (siehe bereits abgeschlossenes Pilotprojekt zur Optimierung des Nahwärmenetzes). Neben der Berechnung der Größe und Rentabilität einer Solarthermie-Anlage wurde das Potenzial einer Einspeisung der aus ihr gewonnenen Energie in das bestehende Nahwärmenetz analysiert.
Die Studie kam zu einem positiven Ergebnis. Im November 2025 hat die Gemeinde das Projekt zum Umbau des Nahwärmenetzes beim Ministerium eingereicht. 2026 soll mit den Arbeiten (Umbau der Heizzentrale, hydraulischer Abgleich (Gebäudeleittechnik) begonnen werden.
Nach Inbetriebnahme des umgebauten Nahwärmenetzes im Jahr 2027 soll anhand der Daten der Gebäudeleittechnik das Lastenheft zur solarthermischen Anlage finalisiert und veröffentlicht und der Auftrag zum Bau der solarthermischen Anlage vergeben werden.
Welche Energieträger können dreizehn Gebäude mit Wärme versorgen?
In einer Studie wurde untersucht, ob dreizehn öffentliche Gebäude zentral, dezentral oder in einer Kombination beider Möglichkeiten effizient beheizt werden können. Das Resultat war, dass 13 Gebäude zu wenige Wärmeabnehmer für ein wirtschaftlich rentables Nahwärmenetz sind.
Optimierung des bestehenden Nahwärmenetzes
Ein Nahwärmenetz ist ein System zur zentralen Wärmeversorgung mehrerer, lokal gebündelter Gebäude über ein isoliertes Rohrleitungsnetz. Es besteht aus einer Heizzentrale, die die Wärme erzeugt, und einer Hausübergabestation, die diese Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizungssystem des jeweils einzelnen Hauses weitergibt. Die Wärme wird über kurze Distanzen transportiert, was Nahwärmenetze umweltfreundlicher macht, da oft erneuerbare Energien oder Abwärme genutzt und eigene Heizkessel überflüssig werden.
An das Ameler Nahwärmenetz sind der Bauhof, der Wasserdienst, die Kreativa VoG, das Rote Kreuz, das ÖSHZ, zwei Sozialwohnungen und die Feuerwehr angeschlossen. Die Studie untersuchte die Frage „Kann das Netz optimiert werden, um bis zu 20% Energie einzusparen?“ Das Ergebnis beinhaltete die Empfehlung, dass die Installation einer Solarthermie-Anlage zu weiteren erheblichen Einsparungen führen würde.
Investitionsprojekte
Digitale Zähler identifizieren Energieverluste
Die Gemeinde hat in 17 Liegenschaften digitale Zähler zur automatischen Messung des Strom- und Wärmeverbrauchs installiert, um Energieverluste besser identifizieren zu können.
Die digitalen Zähler messen folgende Energiedaten:
- Stromverbrauch
- Produktion von grünem Strom
- Netzeinspeisung von grünem Strom
- Verbrauch von Brennstoffen (Heizöl, Pellets) zur Beheizung der Gebäude
Energiespar-Beleuchtung in Meyerode
In der Grievengasse wurden auf einem zentralen Fußgängerweg, der bislang über keine Beleuchtung verfügt, zwei Lichtmasten installiert. Die Lichtmasten verfügen über Sensoren, durch die die Lampen sich nur dann anschalten, wenn eine Person den Weg nutzt.
Mobile Solarladestation auf dem Marktplatz
Die mobile Solarladestation kann sowohl für E-Bikes als auch für Smartphones genutzt werden.
Batteriespeicher am touristischen Infopunkt in Montenau
Am Ravel-Radweg wurde der touristische Infopunkt mit einem Batteriespeicher ausgestattet, um den überschüssigen Strom einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage), die sich auf dem Dach befindet, zu speichern und später zu nutzen. Das Ziel: das Gebäude in ein Vorzeigemodell umzubauen, indem ein Großteil der Energie vor Ort durch eine PV-Anlage erzeugt und die überschüssige Energie in Batterien zwischengelagert wird. Der Fortschritt ist noch schwer abzuschätzen, da die Anlage erst kürzlich installiert wurde.