Mpox: Fragen und Antworten

Illustration. Eine rote Viruszelle mit typischen Stacheln.

Mpox, auch Affenpocken genannt, ist eine Virusinfektion, die durch das Mpox-Virus verursacht wird. Sie führt zu Hautausschlägen und grippeähnlichen Symptome.

Die Krankheit verläuft in der Regel mild und heilt innerhalb weniger Wochen ab. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem besteht ein höheres Risiko, dass sich die Krankheit zu einer schweren Form entwickelt.

Seit dem Frühjahr 2024 tritt eine andere Variante Clade Ib in Zentralafrika auf. Ein starker Anstieg der Fallzahlen führt dazu, dass die Weltgesundheitsorganisation am 14. August 2024 die höchste Alarmstufe ausgerufen hat. Mit einer Übertragung auf andere Kontinente ist zu rechnen.

Weiterführende Informationen finden Sie in den weiterführenden Links.

Wie kann ich mich anstecken?

Eine Übertragung kann schon etwa zwei Tage, bevor erste Symptome auftreten, erfolgen. Die Inkubationszeit variiert und beträgt 5-21 Tage.

Das Virus wird durch engen Kontakt mit einer infizierten Person übertragen, zum Beispiel durch Haut-zu-Haut-, Mund-zu-Mund-, und Mund-zu-Haut-Kontakt und durch sexuelle Aktivitäten (Penetration, Fellatio). Die Übertragung erfolgt durch

  • direkten körperlichen Kontakt mit Hautläsionen oder Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder
  • den Kontakt mit Kleidung, Wäsche oder Gegenständen, die von einer infizierten Person benutzt werden
  • Aerosole

Eine Infektion kann auch ohne Krankheitsanzeichen verlaufen. In diesem Fall kann das Virus trotzdem nachgewiesen und übertragen werden. Ergreifen Sie deshalb entsprechende Maßnahmen zur Abklärung und zum Schutz, falls Sie vermuten, Kontakt zu einem Erkrankten gehabt zu haben.

Woran erkenne ich eine Infektion?

Vorherrschende Symptome, die aber nicht immer auftreten, sind Hautausschlag mit körperlichen Beschwerden wie:

  • Fieber
  • Kopf-, Glieder- oder Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • geschwollene Lymphknoten

Der Hautausschlag entwickelt sich üblicherweise ein bis drei Tage, nachdem das Fieber beginnt. Los geht es im Gesicht, dann breitet er sich auf andere Körperteile aus, einschließlich Hände und Füße und oft im Genitalbereich und um den Anus. Dieser Ausschlag kann sich von Flecken hin zu Erhebungen, Bläschen, Krusten, Pusteln und Schorf entwickeln. Er kann von Entzündungszeichen begleitet und sehr schmerzhaft sein.

Atypische Erscheinungsformen sind ebenfalls möglich, mit nur einer Hautläsion oder keiner Läsion und z. B. nur Schmerzen und Blutungen aus dem After. Außerdem sind asymptomatische Infektionen beobachtet worden.

Wie kann ich mich schützen?

Das größte Risiko für Mpox besteht für Personen, die häufig in betroffene Gebiete mit hohen Fallzahlen reisen und intime Beziehungen mit neuen oder mehreren Partnern haben oder in engem Kontakt mit einer infizierten Person stehen.

Sollten Sie Reisepläne haben, so informieren Sie sich, ob sie in ein Gebiet mit einem erhöhten Aufkommen von Mpox reisen.  Sollte dies der Fall sein, so erkundigen Sie sich, welche Maßnahmen zu treffen sind.

Generell gilt: Vermeiden Sie (sexuelle) Risikokontakte. Achten Sie auf Ihre Händehygiene, indem Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife waschen und mit einer alkoholischen Desinfektionslösung desinfizieren.

Ich hatte Kontakt mit einem Erkrankten. Wie kann ich andere schützen?

Sie hatten oder haben Kontakt mit einem nachweislich Erkrankten? Dann gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen, um Ihr Umfeld zu schützen, bis die Infektion ausgeschlossen oder nachgewiesen ist. 

Für den Fall, dass Sie unter eine der unten genannten Kategorien fallen:

  • Falls eine Person im selben Haushalt oder eine Person, die bei Ihnen übernachtet hat oder mit der Sie z.B. einen Urlaub verbracht haben, infiziert ist
  • Falls Sie sich mit einer infizierten Person Bettwäsche, Küchenutensilien oder ähnliches geteilt haben, während die Person Hautausschlag hatte
  • Falls Sie eine infizierte Person gepflegt haben, während diese Person Symptome hatte
  • Falls Sie im Pflegesektor arbeiten und mit einem erkrankten Patienten in Kontakt waren (Kontakt mit Hautläsionen oder längerer direkter Kontakt) ohne passende Schutzmaßnahmen
  • Falls Sie im Pflegesektor arbeiten oder eine infizierte Person gepflegt haben und sich eine Hautverletzung zugezogen haben oder falls Sie ohne Schutzmaßnahmen den Körperflüssigkeiten oder Aerosolen einer infizierten Person ausgesetzt waren
  • Falls Sie ohne persönliche Schutzausrüstung bei einem Arbeitsunfall in einem Labor mit einer virushaltigen Probe beteiligt waren
  • Falls Sie direkt oder im Abstand von bis zu zwei Sitzplätzen neben einer infizierten Person mit Symptomen gesessen haben (in Flugzeug, Bus oder Bahn) für eine Reisedauer von mindestens 3 Stunden

Dann gelten folgende Maßregeln:

  • Selbstbeobachtung auf Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlag oder andere Hautläsionen...) über einen Zeitraum von 21 Tagen ab dem letzten Tag des Kontaktes. In dieser Zeit sollten Sie keine Blut-, Organ- oder Knochenmarkspenden zur Verfügung stellen. Wenn Sie mit anderen Personen in einem Haushalt leben und eine Isolierung für Sie nicht möglich ist, so beginnt, falls Sie Symptome zeigen, eine weitere 21-Tage-Frist für Ihre Mitbewohner. Diese Frist beginnt, nachdem Ihre Hautläsionen abgeheilt sind.
  • Bei Auftreten von Symptomen sollten Sie telefonisch einen Arzt kontaktieren, um die Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen.
  • Enger Kontakt sollte für 21 Tage vermieden werden, insbesondere mit kleinen Kindern, schwangeren Frauen und immungeschwächten Personen. Sexuelle Kontakte sollten strikt vermieden werden.
  • Der Kontakt mit Tieren (insbesondere mit Nagetieren wie Eichhörnchen, Mäusen, Ratten, Hamstern, Meerschweinchen usw.) sollte vermieden werden.

Ich hatte engen Kontakt mit einem Erkrankten. Was muss ich tun?

Für den Fall, dass Sie

  • sexuellen Kontakt mit einer infizierten Person hatten
  • längeren Hautkontakt mit einer infizierten Person hatten, während diese Hautausschlag hatte

Gelten folgende Maßregeln:

  • Selbstbeobachtung auf Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlag oder andere Hautläsionen...) über einen Zeitraum von 21 Tagen ab dem letzten Tag des Kontaktes. In dieser Zeit sollten Sie keine Blut-, Organ- oder Knochenmarkspenden zur Verfügung stellen. Wenn Sie mit anderen Personen in einem Haushalt leben und eine Isolierung für Sie nicht möglich ist, so beginnt, falls Sie Symptome zeigen, eine weitere 21-Tage-Frist für Ihre Mitbewohner. Diese Frist beginnt, nachdem Ihre Hautläsionen abgeheilt sind.
  • Bei Auftreten von Symptomen sollten Sie telefonisch einen Arzt kontaktieren, um die Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen.
  • Enger Kontakt sollte für 21 Tage vermieden werden, insbesondere mit kleinen Kindern, schwangeren Frauen und immungeschwächten Personen. Sexuelle Kontakte sollten strikt vermieden werden.
  • Der Kontakt mit Tieren (insbesondere mit Nagetieren wie Eichhörnchen, Mäusen, Ratten, Hamstern, Meerschweinchen usw.) sollte vermieden werden.

Zusätzlich dazu wird bei allen Kontakten mit anderen Menschen eine chirurgische Maske empfohlen. Falls Sie mit Kleinkindern (z. B. in der Kinderbetreuung), schwangeren Frauen oder immungeschwächten Personen in Kontakt sind, so sollten Sie eine Quarantäne von 21 Tagen einhalten.

Suchen Sie Ihren behandelnden Arzt/Hausarzt auf, damit diagnostische Schritte eingeleitet werden können. Und informieren Sie sich über die Möglichkeit einer Impfung.

Ich habe Mpox. Welche Vorsichtsmaßnahmen werden empfohlen?

  • Bleiben Sie zu Hause!

    • Bis die Hautverletzungen vollständig verheilt sind, müssen Sie zu Hause in Isolation in einem separaten Zimmer bleiben. Konkret heißt das, dass alle Hautverletzungen getrocknet und abgeheilt sind, die Krusten abgefallen sind und sich darunter eine neue Hautschicht gebildet hat. Es ist empfohlen, bis zu 12 Wochen, nachdem die Hautläsionen verschwunden sind, bei allen sexuellen Aktivitäten ein Kondom zu verwenden.

    • Ausgänge sind nur aus wesentlichen Gründen erlaubt: Arzttermine und Besorgungen, dringende Termine, wenn sie niemand anderes erledigen kann. Wenn Sie das Haus verlassen, müssen Sie einen chirurgischen Mund-Nasenschutz tragen und Ihre Hautläsionen abdecken (zum Beispiel durch lange Ärmel oder eine lange Hose).

    • Wenn sich Ihre Symptome verschlimmern, rufen Sie Ihren Arzt an, um einen Termin zu vereinbaren. Wenn Sie sich aufgrund schwerer Symptome (direkt) in die Notaufnahme begeben, informieren Sie diese bitte telefonisch vor Ihrer Ankunft.

  • Schränken Sie die Übertragung des Virus ein!

    • Das Virus wird durch engen Kontakt mit einer infizierten Person übertragen, sprich durch direkten körperlichen Kontakt mit Hautläsionen oder Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder mit Kleidung, Wäsche oder Gegenständen, die von einer infizierten Person benutzt werden. Das Virus kann auch durch Tröpfcheninfektion der Atemwege bei längerem Kontakt zwischen Personen übertragen werden.

    • Vermeiden Sie während der Isolationszeit den direkten Hautkontakt mit anderen Personen.

    • Vermeiden Sie während der Isolationszeit den Kontakt mit Familienmitgliedern in einem Abstand von weniger als 1,5 Metern. Sollte es dennoch zu einem Kontakt in weniger als 1,5 Metern Entfernung kommen, so tragen Sie eine chirurgische Maske.

    • Sie sollten sich häufig die Hände waschen (mit Wasser und Seife oder einem Alkoholtuch), insbesondere nach dem Berühren von Hautläsionen oder Materialien, Kleidung, Bettwäsche oder Umweltoberflächen, die mit den Läsionen in Berührung gekommen sein könnten. Trocknen Sie Ihre Hände mit Einwegtüchern oder einem sauberen Handtuch.

    • Abfälle aus der Versorgung von Hautverletzungen, wie z. B. Kompressen, sollten in in einem separaten, wasserdichten Müllbeutel gesammelt werden, der dann (fest verschlossen) in einem zweiten Müllbeutel verpackt wird.

  • Sorgen Sie für eine gründliche Reinigung von Gebrauchsgegenständen!

    • Kontaminiertes Geschirr und andere Utensilien sollten in der Spülmaschine oder von Hand mit warmem Wasser und Seife gewaschen werden.

    • Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sollten in einer normalen Waschmaschine bei 60° mit handelsüblichem Waschmittel gewaschen werden. Gehen Sie mit verschmutzter Wäsche vorsichtig um, um einen direkten Kontakt mit Oberflächen zu vermeiden. Verschmutzte Wäsche sollte nicht geschüttelt oder in einer Weise gehandhabt werden, die zur Verbreitung von infektiösen Partikeln führen kann.

    • Kontaminierte Oberflächen sollten gereinigt und desinfiziert werden. Hierzu können übliche Produkte zur Haushaltsreinigung und Desinfektion verwendet werden.

Falls dies nicht möglich sein sollte, benutzen Sie separate Gebrauchsgegenstände.

Wie schwerwiegend ist der Krankheitsverlauf?

Bei den in Europa bisher verzeichneten Fällen verlief die Krankheit bisher milde, die meisten Menschen erholen sich innerhalb von einigen Wochen. In Ausnahmefällen können die Symptome schwerwiegender sein und zu einem Krankenhausaufenthalt führen, insbesondere bei Kleinkindern, schwangeren Frauen und immungeschwächten Personen.