Zwischen- und Abschlussbewertung
Evaluation von Erasmus+ und Europäischem Solidaritätskorps
Die Europäische Kommission muss bis zum 31. Dezember 2024 für die beiden Förderprogramme „Erasmus+“ und „Europäischer Solidaritätskorps“ eine Zwischenbewertung der abgelaufenen Programmperiode sowie eine Abschlussbewertung der noch laufenden Programmperiode vornehmen. Die Bewertungsberichte legt sie im Anschluss folgenden Gremien vor:
- Europäischen Parlament
- Rat
- Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss
- Ausschuss der Regionen
Was wird bewertet?
Bei der Bewertung stehen die Gesamteffektivität und -leistung der Programme im Fokus. Dazu müssen die Mitgliedstaaten der Europäischen Kommission bis zum 31. Mai 2024 ihre Evaluations-Berichte zustellen, in welchen es einerseits um die Evaluierung der Umsetzung der Programme aus Sicht der Bevölkerung geht, und andererseits um die Identifikation spezifischer Stärken und Schwächen der Programm-Implementierungen.
Bei der Bewertung spielen auch die Erfahrungen und Lehren aus unvorhergesehenen Ereignissen, wie der COVID-19-Pandemie oder der russischen Invasion in der Ukraine eine Rolle.
Die Europäische Kommission prüft ebenfalls, ob in den Verordnungen zusätzliche Mechanismen für mehr Agilität und Flexibilität erforderlich sind.
Was geschieht mit den Ergebnissen der Evaluierung?
Die Ergebnisse der Bewertung dienen der Optimierung der Förderprogramme für die laufende Programmperiode (bis 2027) und fließen in die Ausarbeitung möglicher Nachfolgeprogramme ein.
Wie hat die Deutschsprachige Gemeinschaft die Bewertung umgesetzt?
Die Regierung beschloss im Juni 2023 den Auftrag an den Dienstleister BiRD (Bureau for Institutional Reform and Democracy GmbH) zu vergeben.
Die Umsetzung der Evaluierung erfolgte in drei Phasen:
- Inception Phase
- Forschungsphase
- Berichtsphase
Die angewandten Methoden umfassten neben verschiedenen Workshops eine Analyse der Dokumente und Daten, semi-strukturierte Tiefeninterviews und eine einfache statistische Auswertung. Als Qualitätsgarant diente Triangulation von Daten, Methoden und den Perspektiven der Gutachtenden.
Die Regierung richtete anschließend ihre Empfehlungen an
- die Nationale Agentur (Jugendbüro),
- die Europäische Kommission,
- die Nationale Aufsichtsbehörde (Fachbereich Kultur und Jugend des Ministeriums).
Die zukünftige Regierung wird sich mit diesen Empfehlungen auseinandersetzen, um zukünftig eine optimierte Programmwirkung und Mittelausschöpfung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu erzielen.
Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Schwerpunkte des Programms 2021–2027 sind soziale Inklusion, der grüne und der digitale Wandel sowie die Förderung der Teilhabe junger Menschen am demokratischen Leben.
Das Europäische Solidaritätskorps bringt junge Menschen zusammen, um eine Gesellschaft aufzubauen, die niemanden ausschließt, um bedürftigen Menschen zu helfen und auf gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren.