Was ist integrierte Versorgung?
Dieser Versorgungsansatz bringt alle Beteiligten im Gesundheits- und Sozialwesen dazu, enger und koordinierter zusammenzuarbeiten und sektoren- und berufsgruppenübergreifend zu agieren. Ziel ist es, eine Versorgung zu schaffen, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert und den gesamten Behandlungs- und Betreuungsverlauf von der Prävention bis zur Palliativversorgung umfasst.
Die Weltgesundheitsorganisation, WHO (World Health Organization) beschreibt integrierte Versorgung als eine systematische Abstimmung der Leistungen, damit Versorgung ganzheitlich, effizient und menschenzentriert gelingt.
Wo steht Ostbelgien?
Der Föderalstaat arbeitet gemeinsam mit den Teilstaaten an einem interföderalen Konzept zur integrierten Versorgung. Ziel ist es, konkrete Programme zu entwickeln, die eine sektorenübergreifende und patientenzentrierte Versorgung ermöglichen. Auch in Ostbelgien nimmt dieser Prozess zunehmend Gestalt an.
Eine erste konkrete Initiative ist das prä- und postnatale Programm. Hier können Gesundheitsdienstleister mithilfe des digitalen Tools „Born in Belgium“ strukturierte Screenings bei schwangeren Frauen durchführen. Diese Screenings sowie weiterführende Maßnahmen können über das LIKIV abgerechnet werden.
Weitere Programme befinden sich derzeit in der Entwicklung. Sie entstehen in Zusammenarbeit mit dem Föderalstaat und den Teilstaaten und sollen künftig auch in Ostbelgien umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem:
- ein Versorgungsprogramm für vulnerable Personen
- ein Programm zur Prävention und Behandlung von Obesitas bei Kindern und Jugendlichen
Warum ist integrierte Versorgung auch für Sie eine Chance?
Ihre Vorteile als Gesundheitsdienstleister:
- effizienter Ressourceneinsatz: durch koordinierte Prozesse und Aufgabenteilung
- stärkere multi- und interdisziplinäre Zusammenarbeit: Strukturen zur besseren Abstimmung und Kooperation
- verbesserter Informationsfluss: klare Kommunikationswege und transparente Behandlungspfade
- Fachlicher Austausch: Raum für gemeinsame Fallbesprechungen und abgestimmte Behandlungsansätze.
- Entlastung durch unterstützende Rollen: Case-Manager, Koordinatoren und andere ergänzende Fachkräfte
- gegenseitige Wertschätzung: Die Zusammenarbeit stärkt das Miteinander im Gesundheits- und Sozialbereich.
- mehr Zufriedenheit im Berufsalltag: klare Abläufe, geteilte Verantwortung und Rückhalt im Netzwerk.
- digitale Werkzeuge: Die Versorgung kann durch digitale Anwendungen effektiver unterstützt werden.
Was bringt die integrierte Versorgung allen?
Integrierte Versorgung stärkt die individuelle Betreuung und das Gesundheitssystem insgesamt. Dabei werden die fünf Ziele berücksichtigt, definiert im Quintuple Aim:
- Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung
- Steigerung der Versorgungsqualität und Patientenerfahrung
- Förderung des Wohlbefindens der Versorgungsteams
- Förderung von Chancengleichheit im Gesundheitswesen
- Reduzierung der Kosten
Durch eine strukturierte, abgestimmte Versorgung können Erkrankungen früher erkannt und gezielter behandelt werden. Das entlastet das System und erhöht die Verfügbarkeit von Fachkräften – wichtig, da es an Personal mangelt.
Gleichzeitig kann eine moderne, vernetzte Versorgung den Sektor attraktiver machen. Etwa durch flexiblere Arbeitsstrukturen, geteilte Verantwortung und ein stärkeres Wir-Gefühl unter den Berufsgruppen.
Integrierte Versorgung lebt vom Miteinander
Integrierte Versorgung gelingt nur, wenn Gesundheits- und Sozialakteure übergreifend denken und handeln. Sie basiert auf einem gemeinsamen Verständnis: Gute Versorgung entsteht dort, wo Vertrauen, Kommunikation und abgestimmte Prozesse aufeinandertreffen.
Dabei geht es nicht nur um Strukturen, sondern auch um Haltung; um ein Miteinander, das auf Augenhöhe stattfindet und in dem jeder Berufsgruppe eine wichtige Rolle zukommt.
Sie möchten die Integrierte Versorgung mitgestalten? Dann melden Sie sich im Ministerium uns. Neue Perspektiven, Ideen und Mitstreiter sind wichtig.