Was ist digitale Barrierefreiheit?

Digitale Medien sollten für alle Menschen da sein. Jedoch hindern sogenannte digitale Barrieren manche Menschen daran, die Informationen und Funktionen im Web genauso zu nutzen wie andere. Um das zu ändern, muss eine Webseite oder mobile Anwendungen folgende Kriterien erfüllen:

  • gut wahrnehmbar
  • einfach bedienbar
  • leicht verständlich
  • robust gestaltet

Diese Kriterien zu erreichen, ist das Ziel der digitalen Barrierefreiheit, damit Informationen und Funktionen für alle Nutzerinnen und Nutzer zugänglich sind – unabhängig von ihrer jeweiligen körperlichen, kognitiven oder technischen Situation.

Was sind digitale Barrieren genau?

Bei „Barrierefreiheit“ denken viele Menschen an Rampen, Aufzüge oder andersartig angepasste Räume. Aber wie in der analogen Welt können sich auch im digitalen Raum Hürden auftun wie zum Beispiel

  • technische Einschränkungen (ältere Browser, nur Smartphone statt Computer keine Lautsprecher)
  • Einschränkungen des Sehens (Blindheit, Sehschwäche, Farbenblindheit)
  • Einschränkungen des Hörens
  • motorische Beeinträchtigungen
  • Lese- und Konzentrationsschwächen
  • usw.

Was ist WCAG?

Um digitalen Barrieren besser erkennen und schneller beseitigen zu können, gibt es die „Web Content Accessibility Guidelines“, kurz WCAG. Diese Richtlinien definieren den international verbindlichen Webstandard zur digitalen Barrierefreiheit. Ihr Autor ist das World Wide Web Consortium, kurz W3C. Zu den aktuell gültigen Richtlinien gelangen Sie über den weiterführenden Link.

Was sind Merkmale von barrierefreien Inhalten?

Merkmale barrierefreier Webseiten und Apps sind:

  • kontraststarke Inhalte
  • angenehme Schriftgröße
  • Textalternativen für alle Nicht-Text-Inhalte
  • Bedienbarkeit aller Funktionalitäten per Tastatur
  • Ausgabe aller relevanten Inhalte durch assistive Hilfsmittel (z.B. Vorlese-Anwendung)
  • einfache Orientierung (z.B. Brotkrumen-Leiste)
  • leicht verständliche Texte
  • barrierefreie Dokumente zum Download
  • uvm.

Auf dem Portal des Föderalen Dienstes für digitale Barrierefreiheit erhalten Sie umfangreiche weiterführende Informationen zur Gestaltung barrierefreier Webinhalte (siehe Link).

Wen betrifft das Thema?

Seit 2020 müssen alle Webseiten und mobilen Anwendungen von öffentlichen Einrichtungen für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein. Das schreibt die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit vor. Die vollständige Richtlinie finden Sie als Link weiter unten.

Die Deutschsprachigen Gemeinschaft hat die EU-Richtlinie mit einem Dekret 2018 umgesetzt. Das Dekret ist als juristisches Dokument ebenfalls weiter unten verknüpft. Das Dekret bezieht sich auf Behörden. Darunter versteht es:

  • Dienste der Deutschsprachigen Gemeinschaft
  • Einrichtungen öffentlichen Rechts, die von der Deutschsprachigen Gemeinschaft abhängen
  • Gemeinden und öffentlichen Sozialhilfezentren
  • nicht gewerbliche Vereinigungen und Einrichtungen mit Rechtspersönlichkeit,
    • deren Zweck dem Allgemeininteresse dient und
    • die zu mehr als 50 Prozent von öffentlicher Hand finanziert werden.