Gebärmutterhalskrebs frühzeitig erkennen

Hinter dieser Krebsart stecken zu fast 100% sogenannte humane Papillomaviren, auch HPV genannt. Wie das Früherkennungs-Programm in Ostbelgien aussieht und was Sie sonst noch unternehmen können, erfahren Sie hier.

Wie genau hängen Gebärmutterhalskrebs und HPV zusammen?

Wenn sich eine Frau durch Geschlechtsverkehr mit humanen Papillomaviren infiziert, ist diese Infektion meistens unspektakulär und klingt spontan wieder ab.

Dennoch nistet sich das Virus bei einer kleinen Anzahl von Frauen dauerhaft ein. Diese Frauen bilden die Risikogruppe, um im Laufe der Zeit einen Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln.

Wie sieht aktuell die Vorsorge für Gebärmutterhalskrebs aus? An wen richtet sie sich?

Derzeit wird in Belgien allen Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahren empfohlen, alle drei Jahre einen Abstrich, den „Pap-Test“, machen zu lassen.

Dabei handelt es sich um einen Abstrich von Zellen des Gebärmutterhalses. Diese entnimmt die Frauenärztin bei einer einfachen und schmerzlosen Untersuchung.

Im Labor wird der Abstrich unter dem Mikroskop auf abnorme (präkanzeröse) Zellen untersucht werden. Das nennt man zytologische Untersuchung.

Der vorbeugende dreijährige Abstrich ist in der Regel kostenlos. Die Patientin zahlt nur für die Beratung bei ihrem Hausarzt oder ihrer Gynäkologin.

Wie soll das Screening-Programm für Gebärmutterhalskrebs, das voraussichtlich 2025 startet, aussehen?

Anfang 2025 fällt der Startschuss für ein neues Screening-Programm auf Gebärmutterhalskrebs (HPV-Test), finanziert durch die Deutschsprachige Gemeinschaft.

Für Frauen zwischen 25 und 29 Jahren wird weiterhin empfohlen, sich alle drei Jahre einer zytologischen Untersuchung (Pap-Test oder Abstrich) zu unterziehen.

Was sich jedoch ändert ist, dass der Abstrich für Frauen zwischen 30 und 64 Jahren alle fünf Jahre die primäre Untersuchung für das Gebärmutterhalskrebs-Screening sein wird. Dies gilt für Frauen ohne besonderes Risiko.

Das Krebsfrüherkennungszentrum (CCR) lädt die Damen zu einem Abstrich bei einem Arzt ihrer Wahl ein. Beim Abstrich in der Praxis bleibt alles beim Alten.

Das Verfahren im Labor ändert sich:

  • Der Abstrich wird zunächst auf humane Papillomaviren (HPV) getestet.
  • Wenn ein Hochrisiko-HPV gefunden wird, wird derselbe Abstrich im Labor auf abnorme Zellen untersucht.  Eine Kolposkopie kann ergänzt erforderlich sein oder nicht.

CCR
 
Um das Früherkennungsprogramm umzusetzen, hat die Deutschsprachige Gemeinschaft einen Vertrag mit dem Gemeinschaftsreferenzzentrum für Krebsfrüherkennung, dem CCR, geschlossen.

Warum ist es wichtig, sich und seine Kinder gegen humane Papillomaviren (HPV) impfen zu lassen?

Neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ist der beste Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs die HPV-Impfung. Sie empfiehlt sich insbesondere für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 25 Jahren. 

Hinweis: Ein Abstrich bleibt auch dann noch notwendig, wenn das Mädchen oder die Frau gegen HPV geimpft ist.