Inside-Out Ostbelgien

Mit der Ausstellung „Inside – Out Ostbelgien“ wirft die New Yorker Fotografin Ashley Joanna einen Blick auf ihre Wahlheimat. Dabei spiegeln ihre Werke das ostbelgische Lebensgefühl aus einer unbefangenen, externen Perspektive wider und gehen der Frage nach, was diese Region so lebenswert macht.

Autonomie in Ostbelgien in Bildern

Anhand von persönlichen Geschichten erzählt sie, wie hier im Laufe der Jahrzehnte etwas ganz Eigenes entstanden ist. Denn die kleinste Sprachgemeinschaft Belgiens verwaltet sich weitgehend selbst. Dadurch findet sie oft „eigene“ Lösungen, die dem ostbelgischen Credo der grenzüberschreitenden Kreativität alle Ehre machen. Denn Grenzen existieren in diesem besonderen Landstrich nur auf dem Papier. Durch die Kriege des 20. Jahrhunderts waren die Ostbelgier mal Deutsche und mal Belgier, viele sprechen Französisch, manche auch Niederländisch. Ob in Wirtschaft, Politik, Bildung oder in der Küche – sie lassen sich diesseits und jenseits der Grenzen inspirieren. Die Autonomie ist dabei das Werkzeug, das den deutschsprachigen Belgiern die Chance gibt, sich intensiv mit ihrem Selbstverständnis zu befassen und ihre Gemeinschaft selbst zu gestalten.

Eine Frau sitzt auf einem Steg in der Natur und hält einen Bilderrahmen hoch, der sie selbst zeigt, wie sie fotografiert.
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Die ausgewählten Werke verdeutlichen, wie handlungsfähig Ostbelgien ist. „Selbermachen” bedeutet maßgeschneiderte Lösungen, häufig inspiriert durch die Nachbarn, auf die Lebensumstände in der deutschsprachigen Grenzregion zuzuschneiden.

Während ihrer Recherchen ist die Künstlerin auf zahlreiche Projekte gestoßen, die zeigen, wie sehr die Autonomie den Alltag der Menschen formt. Die ausgewählten Werke visualisieren somit beispielhaft das Lebensgefühl einer selbstverwalteten und selbstbewussten Sprachgemeinschaft im Herzen Europas.