Der Journalist

Hans Engels – Belgischer Rundfunk

Als Kind hörte Hans Engels oft mit seinem Vater Radio oder las die Zeitung. Besonders interessierte ihn, was in seiner Region geschah. Doch für die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien gab es zu dieser Zeit kein belgisches Radio mit deutschsprachigem Programm. Tatsächlich schienen der Norden und der Süden Ostbelgiens trotz der gemeinsamen Sprache so gespalten zu sein, dass von keinem Medienunternehmen erwartet wurde, ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. So mussten sich die Ostbelgier über französische Radiosendungen aus Brüssel oder über deutsche Medien informieren.

Entwicklung des BRFs

„Es war eine Zeit des Aufbruchs und des Wandels. Wir waren die einzige Informationsquelle. Und wir waren selbstbewusst genug, um aufzuzeigen, dass wir mündige deutschsprachige Belgier sind.“
Zitat: Hans Engels

Diese frühen Erfahrungen weckten Hans‘ Interesse für den Journalismus. Nach seinem Studium arbeitete er in Brüssel als Rundfunksprecher für den Nachrichtensender BHF (Belgischer Hör- und Fernsehfunk), die neue öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt der Deutschsprachigen Gemeinschaft. 1975 wurde in Eupen ein Regionalstudio eröffnet, 1977 wurde der BHF in BRF umbenannt (Belgisches Rundfunk- und Fernsehzentrum). Hans‘ Schwerpunkt verlagerte sich von der internationalen Berichterstattung auf Nachrichten aus seiner Heimatregion. Er berichtete über lokale Ereignisse wie Gemeinderatssitzungen oder das Euregio-Grenzgebiet zwischen Lüttich, Aachen, Luxemburg und Maastricht. Hans und seine Kollegen waren ständig unterwegs, um die:

  • neuesten Geschichten in der Grenzregion zu entdecken und
  • die Menschen in Ostbelgien auf dem Laufenden zu halten.

Die Rundfunkjournalisten in Eupen, und später auch in St. Vith, haben den Menschen in Ostbelgien eine Stimme gegeben und den Norden und Süden Ostbelgiens näher zusammengeführt.

1990 wurde Hans Direktor des BRF. Unter seiner Leitung entstanden ein neues Funkhaus und ein zweites Radioprogramm. Erste Fernsehsendungen, der Internetauftritt und die Digitalisierung folgten. Im Sendezentrum fanden bereits zahlreiche Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Im Laufe seiner Geschichte hat der BRF eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Autonomie in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens gespielt und war ein Sprachrohr für die ostbelgische Bevölkerung. Radiosendungen in deutscher Sprache gehen auf den 1. Oktober 1945 zurück und wurden zunächst von Brüssel aus über die staatliche RTB/BRT (Radiodiffusion Télévision Belge/Belgische Radio en Televisie) ausgestrahlt. In den 1960er-Jahren expandierte der Sender und war ein wichtiger regional-politischer Akteur. Dies ist er bis heute geblieben.

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