Der Architekt

Rudolf Liebertz - Teilnehmer Bürgerdialog Ostbelgien

Rudolf Liebertz, geboren und aufgewachsen in Eupen, studierte nach seinem Abitur am damaligen College Patronne Architektur in Aachen. Da die Anerkennung seines deutschen Architekturdiploms damals in Belgien Schwierigkeiten bereitete, absolvierte er ein weiteres Studium an der Universität Aachen. In Erwartung der Anerkennung seiner Diplome in Belgien, machte er zudem noch einen Abschluss als Dipl. Ing. Stadtplaner an der Universität Lüttich.

„Für private Bauherren ist der Bau eines Hauses vielleicht das größte Projekt ihres Lebens. Das sollte daher zukunftsorientiert sein. Ein Bauprojekt plant man langfristig, und gestaltet die Zukunft unserer Nachkommen. Darin sehe ich eine besondere Mitverantwortung.“
Zitat: Rudolf Liebertz

Rudolf bemüht sich, bei seiner Arbeit flexibel zu sein. „Wie in einem Orchester der Dirigent das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente zu einem harmonischen Gesamtklang bringt, so soll ein Architekt die verschiedenen Gewerke zur Realisierung eines erfolgreichen und gut funktionierendem Gesamtkonzepts vereinen.“

Rudolf liebt seinen Beruf wegen seiner großen Vielfältigkeit. In kleineren Gemeinschaften wie Eupen sei es kaum möglich, sich zu „spezialisieren“. Jedes Projekt sei eine neue Herausforderung. Mit jedem Projekt ändern sich:

  • die Voraussetzungen
  • der Auftraggeber
  • das Gelände
  • das Budget
  • die Bauvorschriften
  • u. v. m.

Mal ist es ein Wohnhaus, dann ein Industriegebäude, eine Renovierung oder ein Umbau, ein Anbau, ein Mehrfamilienhaus, eine Parzellierung oder die Renovierung historischer Gebäude. Unabdingbare Voraussetzung für den Beruf ist die Bereitschaft zum ständigen Lernen und Anpassen an sich verändernde Bedingungen. Das mache den Beruf sicherlich oft sehr anstrengend, aber auch sehr abwechslungsreich.

Ostbelgische Bürger können mitgestalten

Im Jahr 2020 hat die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien die Verantwortung für den Wohnungsbau und die Raumplanung übernommen. Rudolfs Interesse für das Thema „Wohnen“ veranlasste ihn zur Teilnahme am Bürgerdialog. Er stellte sein Fachwissen zur Verfügung und formulierte gemeinsam mit anderen Bürgern Empfehlungen zu der Frage „Wohnraum für alle! Wie kann die Politik zukunftsfähigen und bezahlbaren Wohnraum schaffen?“. „Der Bürgerdialog macht die Teilnehmenden nicht zu Experten, aber zu Bürgern, die mehr Verständnis für politische Prozesse aufbringen können“, so Rudolf.

Der ostbelgische Bürgerdialog ist ein weltweit anerkanntes Beispiel direkter Beteiligung an politischen Entscheidungen. Dabei erarbeiten Bürgerinnen und Bürger Empfehlungen, die als Hilfestellung für politische Entscheidungen dienen sollen. Zwar gibt es auch in anderen Regionen Bürgerdialoge, diese sind jedoch nicht permanent, sondern nur punktuell zu vorab ausgewählten Themen.

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