Die Informatikerin

Anna Leoussenko – Königliches Athenäum Eupen

Anna Leoussenko wurde in Belarus geboren. Ihr Vater war Universitätsprofessor für Computertechnik und Informatik in Minsk. Von ihm inspiriert, studierte auch sie Informatik und erhielt 1997 ihr Diplom.

„Aus meiner Erfahrung als Lehrerin und Informatikerin wusste ich bereits, dass ich gerne unterrichte. Deshalb habe ich meine neue Aufgabe als IT-Verantwortliche mit Begeisterung angenommen. Ich kann nun Menschen etwas beibringen, was mir wirklich am Herzen liegt.“
Zitat: Anna Leoussenko

Als sie 1999 nach Belgien kam, wusste sie, dass sie ohne ausreichende Sprachkenntnisse in ihrem Beruf nicht Fuß fassen würde. Gleichzeitig befürchtete sie, dass ihr belarussisches Diplom nicht anerkannt wird.

Deswegen schlug sie zunächst einen anderen Weg ein: Sie belegte einen Kochkurs an einer Abendschule in Eupen. Ihr Diplom als ausgebildete Gastronomin absolvierte sie innerhalb von drei anstatt den üblichen sechs Jahren. Anschließend unterrichtete sie an der Abendschule kulinarische Künste und tauchte dabei in die Sprache und Kultur Ostbelgiens ein.

Digitale Entwicklung an ostbelgischen Schulen

Nachdem Anna von der Gleichstellung ausländischer Diplome durch das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens erfahren hatte, ließ sie ihr weißrussisches Diplom als „Ingenieur-Programmierer“ anerkennen. Gleichzeitig absolvierte sie eine Weiterbildung im Bereich Netzwerktechnik beim Zentrum für Aus- und Weiterbildung (ZAWM) in Eupen. Im Jahr 2009 wurde sie Informatiklehrerin am Robert-Schuman-Institut in Eupen.

Seit 2019 wird das Bildungssystem in der Deutschsprachigen Gemeinschaft einer umfassenden IT-Reform unterzogen. In den Sekundarschulen wurde u. a. die Rolle des IT-Verantwortlichen eingeführt. Dieser dient als erster Ansprechpartner für alle Nutzer des IT-Materials und betreut die lokale digitale Infrastruktur. Anna übernimmt seitdem nicht nur diese Aufgabe, sie ist auch die erste Frau, die in ostbelgischen Schulen als IT-Beauftragte bezeichnet wurde.

Im Bildungswesen der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens läuft seit 2019 eine umfangreiche IT-Reform. Sie umfasst die Anbindung der Schulen an das Internet über Glasfaseranschluss sowie die landesweit einzigartige Ausstattung aller Lehrpersonen, Sekundarschüler und Lehrlinge mit kostenlosen Laptops. Eine zentrale und einheitliche IT-Infrastruktur erlaubt die zuverlässige Nutzung und Wartung der Endgeräte sowie die Verwaltung der Schülerstammdaten. Mittlerweile nutzen ostbelgische Schüler digitale Tagebücher und Lernplattformen, während die Lehrer digitale Zeugnisse ausstellen. Zudem wurde der Beruf des IT-Verantwortlichen an den Sekundarschulen eingeführt.

Die Informatikerin 
62075