Der Geograf

Didier Landers – Präsident der VoG Schieferstollen

Als Kind spielte Didier Landers gerne im Schieferstollen, obwohl es lebensgefährlich war: Denn in der Mine verbergen sich zehn bis 20 Meter tiefe Wasserlöcher, die in der Dunkelheit nicht zu sehen sind. Aber Didier konnte der Anziehungskraft nicht widerstehen. Er wagte sich hinein. Nicht einmal, sondern immer wieder. Auf diesen Ausflügen entdeckte Didier seine Faszination für die Erde und ihre geologischen Formationen.

Eine Faszination, die nicht enden wollte. Und so studierte Didier Landers nach seinem Schulabschluss Geografie und Naturwissenschaften. Später unterrichtete er 40 Jahre lang die Fächer Geografie und Naturgeschichte in Büllingen und St. Vith. Natürlich durfte dabei die jährliche Exkursion in den Schieferstollen nicht fehlen.

Schieferstollen wird zur Attraktion

„Irgendetwas zog mich immer wieder zurück in diese Minen.“
Zitat: Didier Landers

Das Dorf Recht blickt auf eine reiche Geschichte der Blausteinverarbeitung zurück, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Im 18. Jahrhundert erlebte die Industrie einen weltweiten Aufschwung, der teilweise auf die Ankunft qualifizierter Tiroler Steinmetze zurückzuführen war. Als jedoch im Zuge der industriellen Revolution billigere Materialien auf den Markt kamen, war der Untertagebau im Rechter Schieferstollen nicht mehr rentabel.

Didier liebt den Schieferstollen wegen seines besonderen Mikroklimas, das unabhängig von der Jahreszeit eine konstante Temperatur von 7 °C aufweist. Er liebt auch den blauen und rosafarbenen Stein, der ihn als Kind in die Grube gelockt hat, und den Schleifstein „Coticule“, den es nur an drei Orten auf der Welt gibt:

  • in Belgien,
  • im Vereinigten Königreich und
  • in den USA.

Viele Jahre geriet der Rechter Schieferstollen in Vergessenheit. Bis Didier 1997 erfuhr, dass der Stollen mit Beton versiegelt werden sollte. Daraufhin schloss er sich mit Ehrenamtlichen zusammen, um den Schieferstollen auf eigene Faust als Besucherbergwerk zu öffnen. 1998 gründete er in Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Vith die VoG Schieferstollen Recht, deren Vorsitzender er wurde und bis heute ist.

In Eigenregie und mit der finanziellen Unterstützung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der Europäischen Union und der Gemeinde St. Vith verwandelten Ehrenamtler das einsturzgefährdete Denkmal in ein modernes, anerkanntes Museum. Heute ist der Rechter Schieferstollen mit rund 12.000 Besuchern pro Jahr das meistbesuchte Museum in Ostbelgien.

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