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Flächendeckender Glasfaserausbau

Deutschsprachige Gemeinschaft unterzeichnet Vereinbarung mit Proximus und Ethias

Bis 2026 werden 36.000 Haushalte und Unternehmen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft über einen Zugang zu einem Glasfasernetz verfügen. Dieses ehrgeizige Ziel verfolgt das Vereinbarungsprotokoll, das drei Parteien am 16. Mai 2022 unterschrieben.

Am Tisch saßen

Proximus-CEO Guillaume Boutin, Ministerin Isabelle Weykmans, Ethias-CEO Philippe Lallemand
  • die für Digitalisierung und Medien zuständige Ministerin Isabelle Weykmans
  • der CEO von Proximus, Guillaume Boutin
  • der CEO von Ethias, Philippe Lallemand

Dazu entsteht eine öffentlich-private Partnerschaft, die ein Glasfasernetz bis in die ländlichsten Gebiete ausbaut. Eine Premiere, denn in Belgien kommt zum ersten Mal eine solche Partnerschaft im Glasfaserbereich zustande.

Warum Glasfaser?

Die Anforderungen der belgischen Kunden an die Internetverbindung steigen stetig. Und Glasfaser ist ganz klar die Breitbandtechnologie der Zukunft:

  • Bei Privatkunden ermöglicht sie allen Familienmitgliedern gleichzeitig (Tele-)Arbeit, Surfen, Video-Streaming und Online-Gaming ohne Verzögerungen oder Qualitätsverlust.
  • Für Unternehmen ist die Glasfaser von enormem Vorteil, um alle Chancen der Digitalisierung zu nutzen und wettbewerbsfähig, flexibel und innovativ zu bleiben.

Mit unübertroffenen Geschwindigkeiten und einem außergewöhnlichen Erlebnis ebnet sie neuen Lebens- und Arbeitsformen den Weg. Abgesehen davon ist Glasfaser umweltfreundlich, verbraucht weniger Energie und hat eine längere Lebensdauer als jede andere Festnetz-Internettechnologie.

Vor diesem Hintergrund beschloss die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Anfang 2020, ein Projekt für den flächendeckenden Ausbau von Glasfasernetzen zu lancieren. Nach einer Machbarkeitsstudie und einer umfassenden Konsultation des Telekommunikations- und Finanzmarktes ist diese erste Vereinbarung zwischen den drei Partnern eine gute Grundlage, um ein passives Glasfasernetz zu bauen. Dieses steht allen Betreibern zu diskriminierungsfreien Bedingungen offen.

Warum benötigt Ostbelgien eine öffentlich-private Partnerschaft, um flächendeckend über Glasfaser zu verfügen?

Proximus startete vor fünf Jahren seinen Investitionsplan „Fiber for Belgium“, der darauf abzielt, in den meisten Unternehmen und Stadtzentren Belgiens ein für alle Betreiber offenes Glasfasernetz einzurichten und so bis 2028 mindestens 70% der belgischen Bevölkerung abzudecken. Ende März 2022 waren bereits 909.000 Haushalte und Unternehmen in 50 belgischen Städten und Gemeinden an das Glasfasernetz anschließbar. Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist von diesen Plänen nur punktuell in den dicht besiedelten Zentren der Gemeinden Eupen und Kelmis betroffen.

Das Vereinbarungsprotokoll zwischen der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Ethias und Proximus, die Zuschüsse aus dem Europäischen Wiederaufbauplan und die umfassende finanzielle Unterstützung von Ethias während der gesamten Projektlaufzeit ermöglichen, bis 2026 im Großteil der Deutschsprachigen Gemeinschaft Glasfaser zu verlegen. Dies entspricht mehr als 36.000 Wohnhäusern und Unternehmen. Damit werden alle so genannten „weißen Flecken“ in Ostbelgien bis 2026 verschwinden.

Wie sieht die erste belgische öffentlich-privaten Partnerschaft im Glasfaserbereich konkret aus?

Proximus und Ethias werden jeweils etwa 50 % der Anteile halten. Proximus wird zunächst Minderheitsaktionär mit der Option auf eine spätere Mehrheitsbeteiligung sein. Die Deutschsprachige Gemeinschaft wird ihrerseits Subsidien bereitstellen und eine Aktie halten, die es ermöglicht das öffentliche Interesse in dem Projekt zu gewährleisten. Ebenfalls unterstützen die lokalen Behörden und Gemeinden diese Vereinbarung, was einen schnelleren Ausbau des Glasfasernetzes möglich macht.