Kultur

Seit dem 3. Juni im Buchhandel erhältlich

Architekturführer zeigt u.a. besondere Bauten aus Ostbelgien

Die Publikation stellt moderne und zeitgenössische Architektur in Verviers, Spa, Ostbelgien, Herver Land und Ameltal ins Rampenlicht. Sie entstand durch eine Partnerschaft zwischen der Französischen und Deutschsprachigen Gemeinschaft auf Deutsch.

Was steckt im Architekturführer?

Cover Guide Vervier
Cover Guide Verviers

Auf fast 500 Seiten wurden 479 Gebäude und Orte der modernen und zeitgenössischen Architektur identifiziert und von 115 Autoren beschrieben. Die Projekte sind auf Karten verortet und illustriert mit mehr als 1.100 Fotografien und 600 Archivdokumenten, die zur (Wieder-)Entdeckung bedeutender Werke beitragen, die unter anderem von folgenden Architekten realisiert wurden: Charles und Carlos Thirion, Auguste-Charles Vivroux, Victor Besme, Léon Suys, William Hansen, Georges Hobé, Paul Jaspar, Händel & Franke, Helg und Dauven, Gustave Mouraux, Léon Stenne, Ewald und Ludwig Mies van der Rohe, Wilhelm Kockartz, Dominikus Böhm, Albert-Charles Duesberg, Jacques Dupuis und Roger Bastin, Emile-José Fettweis, Groupe Planning, Marcel Geenen, Axel Ghyssaert, Jean Englebert, Lucien Kroll, Charles Vandenhove, Bruno Albert, Bernard Herbecq, Yves Delhez, artau, Arlette Baumans, Bernard Deffet, Georges-Eric Lantair, Daniel Dethier. ..

Der ab dem 3. Juni im Buchhandel erhältliche Architekturführer stellt Verviers und Spa in den Mittelpunkt, zwei Städte, die Ende des 19. und im Laufe des 20. Jahrhunderts einen bemerkenswerten städtebaulichen und architektonischen Aufschwung erlebt haben und in der Wallonie einzigartige Merkmale aufweisen:

  • in Verviers mit dem Aufbau der Textilindustrie und dem „Quartier de l'Immobilière et des Boulevards“, das von Victor Besme nach dem Vorbild seiner Entwicklungen in der Hauptstadt urbanisiert wurde
  • in Spa mit der Entwicklung der Kurstadt, die die UNESCO heute anerkennt

Wo geht der Architekturführer auf Ostbelgien ein?

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft zeigen sich preußische architektonische Einflüsse in industriellen, öffentlichen und privaten Gebäuden Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie im Herver Land und im Ameltal zeigen die Architekten dort heute ein Gespür für die Erhaltung des Charakters des ländlichen Gebietes und schlagen einen originellen Entwurfsansatz vor, der mit einer besonderen Verbundenheit zu diesem Gebiet verbunden ist. Der Wiederaufbau der Nachkriegszeit in Malmedy und Sankt Vith sowie die Stadterneuerung in Stavelot Ende des 20. Jahrhunderts werden ebenso beleuchtet wie Eupen, der Sitz der Institutionen der Deutschsprachigen Gemeinschaft, worunter das Parlament.

Mehrere einleitende Kapitel vervollständigen das Buch: ein Blick auf das Gebiet (von Martina Barcelloni Corte und Jacques Teller von der ULiège, mit Beiträgen von Norbert Nelles und Joël Privot) und auf die Baukultur (von Sylvain Marbehant, Norbert Nelles und Thomas Moor, mit Beiträgen von Jean-Michel Degraeve, Thierry d'Huart und Raymond Balau) sowie vierundzwanzig Biografien von Architekten - gefolgt von der Bibliografie und den Registern der Architekten, Künstler und Orte.

Wer steht hinter der Architekturführer-Reihe?

Diese Reihe ist eine Initiative der „Cellule architecture de la Fédération Wallonie-Bruxelles“, die „Agence wallonne du Patrimoine“ unterstützt sie. Ziel ist es, die unbekannte Geschichte der Architektur des 20. Jahrhunderts zu dokumentieren und einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Reihe steht unter der Leitung von Sébastien Charlier und Thomas Moor.

Jeder Band wird in Partnerschaft mit einer französischsprachigen belgischen Universität erstellt; hier mit der Fakultät für Architektur der Universität Lüttich und mit der Unterstützung der École nationale supérieure d'architecture de Nancy (Laboratoire d'histoire de l'architecture contemporaine). Das Atelier David Cauwe ist für die grafische Gestaltung verantwortlich, auf der Grundlage eines mit Daniela Corradini (Double page) entworfenen grafischen Grundgerüsts. Die Übersetzung des vorliegenden Bandes ins Deutsche wurde von Josten (Renate Gervink) übernommen.

Buchvorstellung Architekturführer
Am 2. Juni stellte das Autorenteam die mehr als 500 Seiten dicke Publikation im Eupener Kulturzentrum alter Schlachthof vor. Zu den Gästen gehörten vor allem Architekten aus der Region und weiter Baufachleute.