Kultur

Im Ministerium trifft Kunst auf Verwaltung

Das waren die Neuanschaffungen 2020: Teil 2

Kunst hat viele Gesichter! Das beweist das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Das Präsidium des Rates der deutschen Kulturgemeinschaft regte 1974 den Erwerb von Kunstwerken an. Mittlerweile beheimatet das Ministerium mehr als 1000 Werke.

Seit 1984 kauft das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft regelmäßig Kunstwerke

  • mit Ostbelgien-Bezug oder
  • von Künstlern, die aus Ostbelgien stammen oder hier arbeiten.

Im Jahr 2017 wurde mit Blick auf zukünftige Ankäufe eine fünfköpfige Kunstkommission eingerichtet. Diese bewertet die vorgeschlagenen Kunstwerke und empfiehlt den Ankauf per Gutachten – oder auch nicht. Zum Schluss entscheidet die Ministerin für Kultur über den Ankauf.

Inzwischen ist das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Besitz von mehr als 1000 Kunstwerken aus den Bereichen:

  • Fotografie
  • Malerei
  • Zeichnung, Illustration und Grafik
  • Druck, Plakatkunst und Infografik
  • Dreidimensionales

Ein wichtiges „Kunstgedächtnis“

„Kunst ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Kultur. Daher sieht sich das Ministerium in der Pflicht, für regional bedeutsame Kunstwerke einen Ort zu schaffen, wo sie für die Nachwelt erhalten bleiben“, erklärt Ralph Cüpper

Ralph Cüpper vom Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft verwaltet und betreut die umfassende Kunstsammlung. Die meisten Werke werden in öffentlichen Gebäuden ausgestellt. Alle anderen Kunstwerke werden fachmännisch in einem Depot gelagert.

Das sind „die Neuen“

2020 wurden Kunstwerke von vier Künstlern angekauft. Diese können auch online auf dem Kulturerbe-Portal unter dem Reiter „Neuankäufe 2020“ bewundert werden. Eine gute Alternative in Zeiten der Corona-Pandemie.

In der zweiten Folge stellen wir Ihnen den Künstler Marc Kirschvink vor.

Marc Kirschvink: Partitur #4

In seinem malerischen Werk hat sich Marc Kirschvink zunächst mit Kinderzeichnungen seiner Tochter befasst („nach Ada“). Die hier gefundenen linearen Strukturen und grafischen Formelemente fanden Eingang in die Überlegungen, unter dem Thema „Partitur“ ab 2015 Schichtungen und Verläufe anzuordnen, die dann von Musikern als Vorlage für Intonationen genutzt werden sollten.

Daraus erwuchs ein musikalisches Projekt mit Christian Klinkenberg und dessen Quartett „Kadrasonic“. Es setzte Komposition und grafische Vertonungsvorlage einer Oper bildhaft in 126 digitale Sequenzbilder wie Takte um. Diese werden frei, in jede Richtung und von je unterschiedlichen Instrumenten, aber gemeinsam nachgespielt bzw. interpretiert. Eine interdisziplinäre, künstlerisch lebendige Begegnung!

Mehr über Marc Kirschvink

Marc Kirschvink, 1967 in Eupen geboren, besuchte von 1981 bis 1985 das Staatliche Technische Institut in Eupen und machte sein Fachabitur in der Abteilung Angewandte Kunst. Seine 1985 - 1988 absolvierte Ausbildung am Institut des Beaux Arts St. Luc in Lüttich schloss er mit einem Diplom in der Fachrichtung Illustration ab. Er erhielt 1992 den 1. Preis „peinture, festival techno-arts des jeunes créateurs de la province de Liège“ und wurde 2014 und 2017 als Künstler Ostbelgiens nominiert. Heute lebt und arbeitet Marc Kirschvink in Troisdorf, hat aber die Kontakte zur Musikszene in Ostbelgien behalten.

Stöbern Sie im Kulturerbearchiv und erfahren Sie unter „Kunstsammlung“ mehr zu den Kunstwerken.

Marc Kirschvink: Partitur #4