Zusammenfassende Ergebnisse zu den fünf Themenwerkstätten

Am 17., 18., 24., und 25. November sowie am 2. Dezember 2021 fanden fünf Themenwerkstätten im Strategieprozess „Ostbelgien leben 2040“ statt. Hier erhalten Sie aus Sicht des Moderationsteams einen Einblick in die Resultate der Werkstätten.

Die fünf Themenwerkstätten fanden aufgrund der Coronapandemie als Online-Veranstaltungen statt. Es nahmen pro Werkstatt etwa 30-40 Ostbelgier sowie Ministeriumsmitarbeiter teil.

  • Generationengerechtigkeit und Daseinsvorsorge (17.11.2021)

Unterthemen: 1. Familie, Kinderbetreuung; 2. Gesundheit, Pflege, Senioren; 3. Wohnen; 4. Gemeinschaft, Jugend, Spiel und Sport

  • Ostbelgien vernetzt: Innovation und Digitalisierung (18.11.2021)

Unterthemen: 1. Mobilität und Infrastruktur; 2. Arbeiten und Verwalten; 3. Bildung

  • Arbeit, Bildung und soziales Miteinander (24.11.2021)

Unterthemen: 1. Bildung, Mehrsprachigkeit, Wissensgesellschaft; 2. Ausbildung, Fachkräfte, Handwerk; 3. Wirtschaft, europäische Kooperation; 4. Soziales Miteinander und Inklusion

  • Regionale Identität und Eigenständigkeit (25.11.2021)

Unterthemen: 1. Tourismus; 2. Freizeit und Kultur, Ehrenamt; 3. Regionales Bauen und Baukultur; 4. Identität und Heimat

  • Nachhaltige Lebensregion Ostbelgien (02.12.2021)

Unterthemen: 1. Forst- und Landwirtschaft; 2. Bauen und Raumordnung, ländliche Entwicklung; 3. Klimaschutz und Energieerzeugung, Mobilität; 4. Umweltschutz, Arten und Naturschutz

Ablauf der Themenwerkstätten

Ein vier- bis fünfköpfiges, neutrales Moderationsteam führte die Teilnehmenden durch diesen Ablauf:

  • Begrüßung und Kennenlernen
  • Darstellung von Prozess und Werkstattzielen
  • Vorstellung von SWOT-Analysen zu den Unterthemen und Erarbeitung von Zielen bis 2040 in Kleingruppen
  • Vorstellung der Ziele aus den Kleingruppen im Plenum
  • Sammlung von Querschnittsthemen in neuen Arbeitsgruppen
  • Vertiefte Diskussion zu Zielen und Maßnahmen entlang dieser Querschnittsthemen

Die Werkstätten hatten zum Ziel, mit der Bevölkerung zu den Haupt- und Unterthemen sowohl strategische, langfristige Ziele wie auch zeitnahe praxisorientierte Ziele zu definieren und erste Ideen zu Maßnahmen, Projekten und Lösungsansätzen zur Zielerreichung zu generieren.

Ergebnisse der Diskussionen

Bei allen Veranstaltungen entwickelte sich eine inhaltlich dichte Diskussion, die nicht nur zu den einzelnen Themenfeldern unterschiedliche Gesichtspunkte und Zielvorstellungen aufgriff, sondern durch die Querschnittsbetrachtung Zusammenhänge und Verflechtungen verdeutlichte. Inhaltlich hervorzuheben ist aus dieser Querschnittsbetrachtung:

  • Freiwilligenarbeit hat in Ostbelgien Tradition und einen hohen Stellenwert. Unter Berücksichtigung von Risiken und Chancen soll sie weiter gestärkt werden.
  • Nachhaltigkeit als ein übergeordnetes Ziel soll bei allen Themenbereichen mitgedacht werden.
  • In dem Zusammenhang sind u. a. zukunftsfähige Modelle zur Umsetzung der Mobilitätswende zu entwickeln.
  • Digitalisierung wird als Chance zur Veränderung von Bildungs- und Arbeitswelt begriffen. Ein Zukunftstrend, dessen Entwicklung in den nächsten 20 Jahren kaum vorausschaubar ist, aber große Veränderung auslösen wird, die im Strategiekonzept berücksichtigt werden soll.
  • Es wurden darüber hinausgehende Maßnahmen zur Stimulierung des Arbeitsmarktes und zum Umgang mit dem Fachkräftemangel erarbeitet.
  • Das im Zukunftsforum vorgestellte „Co-Prinzip“, das den in Ostbelgien vorherrschenden Gemeinschaftsgedanken und das soziale Miteinander unterstreicht, soll noch stärker zum Konzept werden. Damit verbunden sind zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung von Teilhabe, aber auch das Identifizieren von Synergien zwischen den einzelnen Handlungsfeldern, die Stärkung von Sharing-Angeboten und Stärkung des Dorflebens.

In allen Werkstätten wurde über den Ist-Zustand hinausgedacht, um zukunftsgerichtete Ziele und erste Maßnahmen zu erarbeiten. Die Diskussionen waren dabei sehr reflektiert, die Teilnehmenden stellten die Gemeinschaft in den Vordergrund und brachten nur mit wenigen Ausnahmen Partikularinteressen ein. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden lauten u. a.:

  • „Die Vielzahl von Gesichtspunkten, die hier zusammengetragen wurden, werden für eine gute Verankerung in der Zivilgesellschaft sorgen.“
  • „Nur wer nichts macht, hat schon verloren!“.

Weitere Schritte

Die Ergebnisse der Themenwerkstätten dienen als Grundlage für die weitere Erarbeitung der Vision „Ostbelgien leben 2040“. So werden die gemeinsam erarbeiteten Ziele aus den Werkstätten in die Fachdiskussionen einfließen, die im ersten Halbjahr 2022 zum räumlichen Entwicklungskonzept und zur Raumordnung stattfinden werden. Aus den Themenwerkstätten hervorgehende „Bürgerbotschafter“ werden als Fachleute für das alltägliche Leben in Ostbelgien in diesen Fachdiskurs einbezogen.