Impfen oder nicht - das ist deine Frage?

Der Prozess der Impfeinladungen für Jugendliche hat bereits begonnen. Sicherlich hast du noch viele Fragen zur Impfung, die dich zögern lassen. Das ist völlig normal! Wichtig ist aber, dass du dich mit diesen Fragen auseinandersetzt. Um dir die Entscheidung einfacher zu machen, findest du hier ein paar Fragen und Antworten. Wird deine Frage nicht aufgegriffen oder du brauchst weitere Unterstützung, dann findest du auf dieser Seite weitere Anlaufstellen, bei denen deine Fragen stellen kannst.

Für die Gesellschaft ist deine Entscheidung eine wichtige, denn mit einer Impfung kannst du dazu beitragen, dass eine Gruppenimmunität entsteht. Es geht aber in erster Linie um dich!

Wie kann ich eine kostenlose telefonische Impf-Beratung durch einen Arzt buchen?

Impfen oder nicht impfen? Diese Frage stellen sich aktuell viele Jugendliche und junge Erwachsene, nachdem sie vom Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine Einladung zur Corona-Impfung bekommen haben. Für alle, die medizinische Fragen haben, bietet das Ministerium nun in Zusammenarbeit mit hiesigen Ärzten eine telefonische Ärzte-Sprechstunde mit kostenloser Beratung.

Weitere Informationen zu den Sprechstunden erhalten Sie in den weiterführenden Links.

Warum ist es wichtig, junge Menschen zu impfen?

Auch Jugendliche und junge Erwachsene können an Corona erkranken. In der Regel zeigen sie keine oder milde Symptome. Trotzdem sollten auch sie das Impf-Angebot wahrnehmen, denn sie unterhalten allgemein viele soziale Kontakte. Und das nicht nur mit Gleichaltrigen, sondern auch über Generationen hinweg. Dadurch haben sie das Potential, Viren schnell zu verbreiten. Durch eine Impfung wird die Übertragung des Virus eingedämmt. Sie ist ein Schritt in Richtung Freiheit, sprich: Leben ohne Corona-Beschränkungen.

Wenn sich junge Menschen impfen lassen, ist das also auch ein Akt der Solidarität. Manche Menschen können aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden. Sie sind darauf angewiesen, dass ein möglichst großer Anteil der Bevölkerung geimpft ist.

Ist der Impfstoff sicher?

Alle in Belgien verimpfte Impfstoffe sind für Menschen ab 18 Jahren zugelassen. Der Impfstoff von Pfizer/BioNTec, Comirnaty®, hat außerdem eine Zulassung der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) zur Verimpfung ab 12 Jahren.

Die Wirksamkeit, Sicherheit und milde Nebenwirkungen sind die gleichen wie bei Erwachsenen.

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Kopfschmerzen
  • Ermüdung
  • Schmerzen an der Impfstelle
  • örtliche Reaktion
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Muskelschmerzen
  • grippeähnliche Erkrankung
  • Schwindelgefühl
  • Unwohlsein

Schwerwiegende Nebenwirkungen sind sehr selten.

Was ist sicherer: impfen oder nicht impfen?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass jeder irgendwann mit dem Virus in Kontakt kommt. Leider wurde festgestellt, dass bei manchen noch Monate nach einer Erkrankung Beschwerden auftreten oder bestehen bleiben. Mittlerweile spricht man von einer Long-Covid-Erkrankung. Dabei können folgende Beschwerden einem das Leben schwer machen:

  • Müdigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns
  • schweres Atmen
  • beschädigte Lunge
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen, leichtes Druckgefühl im Kopf

Dies kann auch bei jungen Menschen geschehen und bei Menschen, die einen milden Verlauf hatten, d. h. die nicht ins Krankenhaus mussten.

Deshalb ist es laut Ärzten und Wissenschaftlern sicherer, sich impfen zu lassen, als sich nicht impfen zu lassen. Es sei denn, du bist allergisch gegen gewisse Inhaltsstoffe der Impfung.

Ich hatte schon mal eine allergische Reaktion: Kann ich mich impfen lassen?

Bist du allergisch gegen eine der Substanzen im Impfstoff? Hast du schon einmal allergisch auf einen Impfstoff reagiert? Hast du eine andere Allergie wie z. B. Heuschnupfen und bist besorgt? Besprich mit deinem Hausarzt, ob du den Impfstoff erhalten darfst. Er kann dich an Fachärzte überweisen, wenn er dies für notwendig erachtet.

Es gibt zwei Referenzkrankenhäuser mit Fachärzten in Lüttich (CHU Sart-Tilman und MontLégia), die Patienten aus Ostbelgien zur Verfügung stehen. Die Fachärzte werden dann mit dir überprüfen, ob eine Impfung in deinem Fall möglich ist und wenn ja, unter welchen Bedingungen.

Ich wurde geimpft, darf ich jetzt wieder alles machen wie vorher?

Nein, noch nicht. Auch nach deiner Impfung musst du weiterhin die Maßnahmen befolgen. Du bist erst zwei Wochen nach der ersten Impfung geschützt. Der Impfstoff funktioniert nicht vom ersten Tag an. Dein Körper braucht Zeit, um Antikörper zu bilden, die dich schützen. Dieser Schutz ist erst zwei Wochen nach deiner ersten Impfung richtig aufgebaut und erhöht sich nach der zweiten Dosis.

Wenn die höchstmögliche Impfrate erreicht ist, wird sich das Virus kaum noch ausbreiten. Solange nicht ausreichend Menschen geimpft sind, findet das Virus immer wieder Wirte und kann auch mutieren.

Selbst nach einer vollständigen Impfung, kannst du dich noch immer infizieren und das Virus auch weitergeben. Du selbst hast einen milden Verlauf oder gar keine Symptome. Studien zeigen, dass bei geimpften Personen das Risiko der Weitergabe kleiner ist.

Macht Impfen unfruchtbar?

Nein, das ist unmöglich. Die Antikörper, die bei der Impfung entstehen, können Plazenta-Proteine nicht angreifen! Die Struktur ähnelt sich zwar, passt aber nicht. Würde die Behauptung stimmen, müssten Frauen auch durch eine Corona-Infektion unfruchtbar werden. Denn dabei entstehen die gleichen Antikörper wie bei einer Impfung.

In diesem Video hat das Robert-Koch-Institut Gerüchte über Impfungen und Unfruchtbarkeit aufgegriffen:

Muss ich mich gegen Corona impfen lassen?

Nein. In Belgien gibt es keine allgemeine Impfpflicht. Die Regierung setzt auf Freiwilligkeit und Aufklärung.