Klimaschutz
Energie- und Klimaplan: 15 weitere Pilotprojekte der Gemeinden genehmigt
Die Regierung hat 15 weitere Pilotprojekte der Gemeinden bewilligt und stellt ihnen dafür 539.300 Euro zur Verfügung. Seit Einführung des Fördersystems im Jahr 2022 hat die Regierung nun insgesamt 79 Pilotprojekte der Gemeinden genehmigt.
Speicherung von Strom
Die Gemeinden Amel, Bütgenbach und Sankt Vith möchten Batteriespeicher an ihren Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Hepscheid, Elsenborn und Rodt installieren. Die Batterien sollen überschüssigen Strom aus bestehenden PV-Anlagen zwischenspeichern, den dann die Trinkwasserpumpen bei geringer PV-Produktion nutzen kann. Das erhöht den Eigenverbrauch, senkt Stromkosten und entlastet das Stromnetz. Die jährliche Stromeinsparung wird auf 70.000 bis 90.000 kWh geschätzt.
Die Gemeinde Büllingen wird einen Batteriespeicher für die sanierte Sporthalle und den Dorfsaal errichten, um lokal erzeugten Solarstrom zeitversetzt nutzen zu können. Die Dimensionierung basiert auf einem zuvor eingeführten Energiemanagementsystem.
Ausbau des Energiemanagementsystems
Die Gemeinde Amel erweitert ihr Energiemanagementsystem, das bereits 17 öffentliche Gebäude erfasst. Künftig sollen auch eine neue PV-Anlage, der geplante Batteriespeicher in Hepscheid und das optimierte Nahwärmenetz „Bauhof“ integriert werden.
Anpassung an die Folgen des Klimawandels
Die Stadt Eupen setzt auf dem Platz in der Klötzerbahn Maßnahmen zur Hitzeminderung, Steigerung der Aufenthaltsqualität und Förderung der Biodiversität um. Geplant sind
- begrünte Beschattungs-Elemente,
- Wasservernebelung,
- zusätzliche Sitzgelegenheiten,
- Entsiegelungs-Maßnahmen und
- drei meteorologische Stationen zur Erfassung lokaler Klimadaten.
Die Gemeinde Sankt Vith beteiligt sich am Interreg-Projekt „NBS4U“ zur Umsetzung naturbasierter Lösungen wie Dach- und Fassaden-Begrünungen, Beschattungen und Maßnahmen zum Wassermanagement mit Partnern aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden.
Investitionen in die nachhaltige Mobilität
Die Gemeinde Amel errichtet am Gemeindehaus einen überdachten Fahrradunterstand mit Lademöglichkeiten für E-Bikes. Zudem wird in Born eine Solar-Sitzbank installiert, die Sitzgelegenheiten sowie Ladepunkte für Mobiltelefone und Fahrräder bietet.
Neuer Stromvertrag für öffentliche Infrastrukturen
Die Gemeinden Amel und Bütgenbach möchten ihren Strombezug ab 2028 neu organisieren. Ziel ist ein Vertrag, der
- regional erzeugten erneuerbaren Strom fördert,
- die lokale Wertschöpfung stärkt und
- möglichst in Zusammenarbeit mit Bürgergenossenschaften umgesetzt wird.
Machbarkeitsstudien
Die Gemeinde Bütgenbach lässt Energieaudits und Machbarkeitsstudien für zwei öffentliche Gebäude durchführen, um energetische Sanierungspotenziale zu ermitteln.
Die Stadt Eupen erstellt eine Mobilitätsstudie mit Schwerpunkt auf Verkehrssicherheit und Förderung des Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehrs.
Die Gemeinden Amel und Sankt Vith prüfen den Ausbau nachhaltiger Nahwärme-Lösungen. Amel untersucht die Machbarkeit eines geothermischen Nahwärme-Netzes für eine neue Wohnsiedlung. Sankt Vith prüft, ob ein bestehendes Nahwärme-Netz auf weitere Gebäude erweitert werden kann.
Der integrierte Energie- und Klimaplan hat das Ziel, die CO2-Emissionen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bis 2030 um 55 Prozent zu senken. Der Plan beinhaltet 23 Maβnahmen in den Sektoren Transport, Wohnungswesen, Öffentlicher Sektor und Erneuerbare Energien und acht weitere Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Aktuell sind 577 Aktionen der Gemeinden und des Ministeriums (davon 79 Pilotprojekte) im Monitoring-Tool gelistet, davon 295 als abgeschlossen und 214 als laufend.