Weltkulturerbe
10 Jahre Bierkultur in Belgien: ein Jubiläum mit Tradition
Vor zehn Jahren nahm die UNESCO die belgische Bierkultur in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Seitdem hat sich die traditionsreiche Braukunst weiterentwickelt und gleichzeitig ihre historischen Wurzeln bewahrt.
Belgien gilt als eines der bedeutendsten Bierländer der Welt. Mit mehr als 1.500 verschiedenen Biersorten und einer jahrhundertealten Brautradition begeistert die Bierkultur Menschen aus aller Welt. Von Trappistenbieren über Lambics bis hin zu modernen Craft-Bieren spiegelt die belgische Bierkultur Vielfalt, Handwerkskunst und regionale Identität wider.
Bier als Kulturerbe
Seit 2013 gehört die Bierkultur zum Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Den Antrag stellte der Verband der belgischen Brauer. Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft nahm ihn in das Verzeichnis auf.
Somit übernahm die Deutschsprachige Gemeinschaft 2015 die Federführung, um für Belgien bei der Unesco die Aufnahme der belgischen Bierkultur zu beantragen Zythologen und Bierbrauer aus ganz Belgien erarbeiteten gemeinsam diesen Antrag. Unter anderem beteiligten sich auch die ostbelgischen proBIERer aktiv an diesem Prozess.
Am 30. November 2016 war es dann soweit: Die UNESCO nahm die Bierkultur offiziell in ihre Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Für den Bewertungsausschuss der UNESCO zählten vor allen Dingen die Maßnahmen, um Bierkultur zu erhalten und fördern. Dazu zählen
- professionelle Schulungen
- die Gründung eines Observatoriums
- die Weitergabe der Handwerkskunst von einer Generation an die nächste
- Initiativen gegen den Missbrauch von Alkohol
10 Jahre später...
Auch nach zehn Jahren bleibt die belgische Bierkultur ein lebendiges Symbol für Gemeinschaft, Genuss und kulturelles Erbe. Das Jubiläum zeigt eindrucksvoll, wie Tradition und Innovation erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Das Observatorium der Bierkultur in Belgien hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Entwicklungen regelmäßig zu dokumentieren und darüber bei Konferenzen und Tagungen zu berichten. Es hat sich viel getan in den letzten Jahren, etwa in puncto
- nachhaltige Herstellung und Verpackung
- Entwicklung immer ausgefeilterer alkoholfreier Biere
Die Zukunft der belgischen Bierkultur liegt in der Verbindung von Tradition und Innovation: Die Gemeinschaft bewahrt, was die Bierkultur ausmacht, gibt das Wissen weiter und schafft gleichzeitig Raum für neue Ideen. Genau so bleibt dieses immaterielle Kulturerbe lebendig.