Warum ist die Impfung auch für Kinder sinnvoll?

Corona-Impfung für 5- bis 11-Jährige in Ostbelgien

Der belgische Hohe Gesundheitsrat und der Ausschuss für Bioethik haben grünes Licht für die Impfung von 5- bis 11-Jährigen gegeben. So werden auch die Kinder in Ostbelgien nun nach und nach eine Impfeinladung erhalten. Impfstart war am 5. Januar.

Damit kommen besonders bei den Eltern Fragen auf: Warum sollte ich mein Kind impfen lassen? Wie sicher ist der Impfstoff? Wird mein Kind benachteiligt, wenn wir uns gegen die Impfung entscheiden?

Drei gute Gründe

Tatsächlich haben gesunde Kinder ein sehr geringes Risiko, ernsthaft an COVID-19 zu erkranken. Dennoch gibt es gute Gründe für die Impfung von Kindern gegen das Coronavirus:

  • Schulen: Wenn Kinder geimpft werden, verringert das den Druck auf die Schulen. Aktuell müssen immer wieder Schulklassen oder ganze Einrichtungen geschlossen werden, wenn es unter den Kindern eine hohe Infektionszahl gibt.
  • Kontakte: Geimpfte Kinder haben ein deutlich geringeres Risiko, betagte oder kranke Kontaktpersonen anzustecken. Da Kinder häufig asymptomatisch bleiben oder nur ganz schwache Krankheitssymptome zeigen, werden ihre Kontakte bei einer Infektion oft nicht eingeschränkt.
  • Viruszirkulation: Je mehr Menschen in der Gesellschaft geimpft sind, desto weniger zirkuliert das Virus. Durch das Impfen der Kinder kann die Übertragung in der ganzen Bevölkerung verringert werden.

Vollkommen freiwillig

Die Impfung der Kinder ist vollkommen freiwillig. Für nicht geimpfte Kinder entstehen in Belgien keinerlei Nachteile. Die 3G-Regel bzw. das COVID-Safe-Ticket greift für Kinder nicht. Es kann lediglich zu Beschränkungen bei der Einreise in ein anderes Land, je nach dort geltenden Bestimmungen, kommen. Eltern können das Zertifikat inkl. QR-Code unmittelbar nach der Impfung im Impfzentrum anfragen. Es wird ihnen dann zugeschickt.

Gesundheitsminister Antonios Antoniadis betont aber, dass die Impfung besonders für Kinder mit chronischen Krankheiten und für Kinder mit engem Kontakt zu Risikopatienten zu empfehlen ist.

Stand der Dinge: 6. Januar 2022

 

Vor Weihnachten wurden 700 Kinder unter 12 Jahren eingeladen. Bis Mittwochvormittag vereinbarten bereits 121 davon bzw. deren Eltern einen Impftermin.

 

In der Zwischenzeit erhielten 2700 der ca. 6000 impfberechtigten Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ihre Einladung.

 

Am 5. Januar erhielten insgesamt 35 Kinder in den Impfzentren in Eupen und St. Vith ihre erste Impfdosis. Am Samstag kommen 48 weitere hinzu.

Keinerlei Nebenwirkungen

Inzwischen wurden weltweit über 5 Millionen Kinder gegen das Coronavirus geimpft, vor allem in den USA und Israel. Seit einigen Wochen werden auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern Kinder ab 5 Jahren geimpft. Es wurden bisher keine ernsthaften Nebenwirkungen gemeldet. Kinder zeigen allgemein sogar weniger Reaktionen als Jugendliche.

Kinder von 5 bis 11 Jahren werden vorerst ausschließlich mit der angepassten Version des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech geimpft. Da Kinder kleiner und leichter sind als Erwachsene, wurde die Dosis verringert. Sie erhalten lediglich 10 Mikrogramm des mRNA-Impfstoffs, bei Erwachsenen sind es 30. Die Verpackungen unterscheiden sich deutlich, sodass keine Verwechslungsgefahr besteht.

Für Kinder stehen jeweils mittwochs und samstags Termine zur Verfügung. Wie die Erwachsenen erhalten auch die Kinder zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. In den ostbelgischen Impfzentren wurden Impfstraßen speziell für Kinder eingerichtet: Die Figuren von Paw Patrol und Eiskönigin drücken den Kindern die Daumen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Impfung von 5- bis 11-Jährigen gegen COVID-19 finden sich im Downloadbereich. Es wird zudem empfohlen, sich bei Fragen zur Impfung an den Hausarzt oder Kinderarzt zu wenden. Die Corona-Hotline 0800 23 0 32 ist wochentags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr erreichbar.