Demoskopische Umfrage November 2020

Umfrage zu Corona-Krise: Mit welchen Fragen beschäftigt sich Ostbelgien?

Die Antworten dazu liefert eine frisch abgeschlossene Befragung. Im November kontaktierte das renommierte Marktforschungsinstitut forsa 1.000 Ostbelgier ab 18 Jahren mithilfe computergestützter Telefoninterviews. Lesen Sie, wie die Studie ausfiel!

Persönliche und wirtschaftliche Zukunftsaussichten

76 % der Befragten blicken persönlich optimistisch oder sehr optimistisch in die Zukunft. Damit ist der Anteil der „Optimisten“ allerdings im Vergleich zum Juni 2020 etwas zurückgegangen (- 7 Prozentpunkte).

Weniger optimistisch empfinden die Befragten die Erwartungen im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung: Hatten sich in der Erhebung von 2018 noch 84 Prozent optimistisch gezeigt, beurteilten im Juni noch 64 Prozent und im November nur noch 55 Prozent die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten in Ostbelgien (sehr) optimistisch, 40 Prozent hingegen eher bzw. sehr pessimistisch.

Sorgen wegen und Betroffenheit von der Corona-Krise

Auf die offen und ohne Vorgaben gestellte Frage, was ihnen im Zusammenhang mit der Corona-Krise die meisten Sorgen bereitet, werden wie bereits im Juni 2020 in erster Linie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise genannt. Daneben werden auch erstmals Sorgen wegen einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems geäußert (11 %). Lediglich 5 Prozent äußern keinerlei Sorgen im Zusammenhang mit der Corona-Krise.

Auch zu den positiven Erlebnissen oder Erfahrungen wurde eine offene Frage gestellt. Hier wurde wie im Juni 2020 festgestellt, dass eine große Mehrheit der Befragten auch von positiven Dingen berichten können. Nach wie vor am häufigsten nennen die Bewohner in Ostbelgien die Erfahrung der „Entschleunigung“ und den Zuwachs an Zeit (insbesondere mit der Familie). Daneben werden als positive Erfahrungen auch der Zusammenhalt sowie eine gestiegene Hilfsbereitschaft, die Pflege sozialer Kontakte und eine „Rückbesinnung auf das Wesentliche“ hervorgehoben.

Krisenmanagement der Regierung und Akzeptanz der Maßnahmen

In der Beurteilung, wie die Ostbelgier das bisherige Krisenmanagement der föderalen Regierung in Brüssel und das der Deutschsprachigen Gemeinschaft sehen, zeigen sich wie bereits im Juni 2020 recht deutliche Unterschiede.

  • So sind mit der bisherigen Arbeit der föderalen Regierung in Brüssel 51 Prozent der Bewohner in Ostbelgien (sehr) zufrieden und 46 Prozent weniger bzw. gar nicht zufrieden.
  • Mit der bisherigen Arbeit der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind dagegen 72 Prozent der Bürger in Ostbelgien (sehr) zufrieden und nur 26 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden.

Was die Akzeptanz der getroffenen politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betrifft, empfindet eine Mehrheit der Bürger in Ostbelgien (64 %) diese insgesamt für angemessen. 17 Prozent gehen die Maßnahmen zu weit, 16 Prozent gehen sie nicht weit genug. Konkret nach der Einschätzung zu einzelnen getroffenen Maßnahmen gefragt, ergibt sich ein differenziertes Bild.

Informationsverhalten und Glaubwürdigkeit der Informationen

Um sich über die Corona-Krise zu informieren, nutzen die Ostbelgier wie im Juni 2020 mit Abstand am häufigsten persönliche Gespräche mit Verwandten, Freunden und Bekannten (86 %) sowie das Radio (83 %) und Fernsehen (82 %). 70 Prozent haben sich (auch) über Nachrichtenseiten im Internet und 61 Prozent mithilfe von Tageszeitungen informiert. Weniger als die Hälfte der Befragten hat sich über die Corona-Krise über die Internetseite „Ostbelgienlive.be“ (44 %), in sozialen Netzwerken (38 %) und über Internetseiten von wissenschaftlichen Einrichtungen (28 %) informiert.

Eine Mehrheit von 78 Prozent der Bewohner in Ostbelgien hält die Informationen der föderalen Regierung in Brüssel zur Corona-Krise für (sehr) glaubwürdig (Juni 2020: 72 %). 18 Prozent halten die Informationen der föderalen Regierung für wenig oder gar nicht glaubwürdig.

Das Vertrauen der Bewohner Ostbelgiens in die Informationen der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Corona-Krise ist ähnlich hoch wie bereits im Juni und höher als das Vertrauen in die Informationen der föderalen Regierung: Unverändert 86 Prozent halten die Informationen der Deutschsprachigen Gemeinschaft für sehr bzw. eher glaubwürdig. Etwas gestiegen ist der Anteil derer, die die Informationen der Deutschsprachigen Gemeinschaft für sehr glaubwürdig halten (+ 5 Prozentpunkte).

Was Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit dem Corona-Virus anbetrifft, so neigt eine Minderheit der Bewohner in Ostbelgien dazu.

Detaillierte Statistiken und den vollständigen Bericht erhalten Sie im weiterführenden Link sowie im Downloadbereich.