Post vom Unternehmensgericht zum VoG-Jahresabschluss?

Bitte nicht ignorieren!

VoGs, die den Jahresabschluss nicht beim Unternehmensgericht eingereicht haben, können aufgelöst werden. Hier erfahren Sie, wie Sie dies verhindern können.

Was ist der Jahresabschluss?

Der Jahresabschluss ist eine Übersicht der Ausgaben und Einnahmen eines Jahres sowie eine Aufstellung des Vermögens und der Schulden. Man spricht auch von der „vereinfachten Buchführung“. Dafür gibt es ein einfaches Programm, dass in den Downloads zu finden ist. Dort finden Sie ebenfalls eine Anleitung.

Wer darf die vereinfachte Buchführung anwenden?

 

Kleine VoGs, die am Bilanzstichtag des letzten abgeschlossenen Geschäftsjahres nicht mehr als eines der folgenden Kriterien überschreiten:

  • jahresdurchschnittliche Beschäftigtenzahl von fünf Arbeitnehmern (umgerechnet in Vollzeitäquivalenten)
  • Gesamteinnahmen ohne Mehrwertsteuer in Höhe von 334.500 Euro, unter Ausschluss einmaliger Einnahmen
  • 1.337.000 Euro an Gesamtvermögen
  • 1.337.000 Euro an Gesamtschulden

Der Jahresabschluss einer VoG muss jedes Jahr in der Generalversammlung erklärt und verabschiedet werden. Binnen 30 Tagen nach dieser ordentlichen Generalversammlung muss der Bericht (also die Ergebnisse des Buchführungsprogramms) von VoGs mit Sitz in der Deutschsprachigen Gemeinschaft in zwei Exemplaren beim Unternehmensgericht in Eupen am Rathausplatz 4 hinterlegt werden. Die größeren VoGs reichen den Jahresabschluss bei der Belgischen Nationalbank ein. Den Finanzbericht müssen zwei Verwalter unterschreiben und datieren. Der Zeitraum sowie die Unternehmensnummer müssen ebenfalls vermerkt sein. Die Finanzunterlagen sind zehn Jahre am Sitz der Gesellschaft aufzubewahren. Diese Hinterlegung ist kostenlos.

Mahnschreiben vom Unternehmensgericht erhalten?

Ein orangener Ordner mit der Aufschrift „Jahresabschluss“, ein Taschenrechner, ein Kugelschreiber und drei Gelscheine liegen auf einem geöffneten Ordner.

Um seine Datenbanken von inaktiven VoGs zu befreien, die jedoch nie aufgelöst wurden, verschickt das Unternehmensgericht nach und nach Briefe an alle VoGs, die den Jahresabschluss nicht eingereicht haben. Darin finden Sie:

  • die Frage, ob Sie den Jahresabschluss nachreichen möchten sowie
  • die Information, dass Ihre VoG anderenfalls gerichtlich aufgelöst wird.

Die Frage, die dahintersteht, lautet: Ist die VoG noch aktiv?

Diesen Brief müssen Sie binnen 14 Tagen beantworten. Zum Nachreichen des Jahresabschlusses haben Sie dann mehr Zeit.

Adresse korrekt?

Damit eventuelle Post des Unternehmensgerichts (und natürlich auch des Steueramts, des UBO-Registers etc.) bei Ihnen ankommt, muss die aktuelle Adresse des Vereins im Belgischen Staatsblatt veröffentlicht worden sein. Ob dies der Fall ist, können Sie in der Zentralen Datenbank der Unternehmen prüfen. Den Link finden Sie unter „Mehr zum Thema“.